LIVE - Bericht (Newsletter)
Mit SY Futschi Kato, einer Shark 24, unterwegs in die Karibik
Sonntag 16.05.2004
Hallo ihr Sharkys
Vor einiger Zeit bin ich mit der Futschi Kato auf Curacao angekommen also gibt es auch wieder ein paar Fotos.
Neben den Teilen auf den Fotoseiten welche die Segelfotos enthalten gibt es auch noch Fotos die Irene in dieser
Zeit auf Curacao gemacht hat. Viel Spass beim Gucken!
Georg
Sonntag 15.02.2004
Servus,
Die Ueberfahrt nach Tobago, welches suedlich von Barbados liegt, wird am Mittag gestartet, weit vorraus liegen
die deutschen Yachten Macoma und Inti. Deren Vorsprung habe ich mit rauschender und spritziger Fahrt unter
gerefftem Grosssegel und Fock gegen Abend fast aufgeholt. Dann allerdings greift mein Einhandseglerhandicap
durch und ich muss ein wenig schlafen gehen.
Den Rythmus meines Schlafs setzte ich wegen der vielen Frachter, die zu erwarten sind (am Ende waren es die
ganze Nacht ueber nur zwei), auf 20 Minuten. Damit ich wenigstens in dieser Zeit schlafen kann nehme ich das
Gross weg und Macomas und Intis Lichter verschwinden in der Dunkelheit.
Am naechsten Tag schmeisse ich den Grundhaken in der Man of War Bay und klariere in Tobago ein. Gemeinsam
mit den anderen Deutschen wandere ich durch den tropischen Regenwald und lasse GErueche, Pflanzen, Tiere und
schmutzige Schuhe auf mich wirken. Einmalig!
Ein paar Tage, die wir diese Bucht geniessen, dann verholen wir an das beruehmte Bucco Reef an der westlichen Ecke
Tobagos. Auf dem Weg dahin verliebt sich ein grosser Thunfisch in meinen Koeder und ich mich in den Thunfisch. Da
hatte ich lange drauf gewartet. Jetzt landet er, als Geburtstagsgeschenk fuer Karen von der Inti, auf dem Grill am Strand.
Die Ueberfahrt nach Grenada ein paar Tage spaeter verlauft sehr ruhig. Futschi Kato ist durchaus auch alleine zu segeln!
Zwischen Prickley Bay und St Georgs (sehr passend, eine Hauptstadt nach mir benannt, nach mir, mir ganz alleine! (wer
ist hier nach wem benannt????? d. Red.) gerate ich in eine hinterhaeltige Rotte von Regattaseglern. Nur auf ihren Vorteil
bedacht, wird von den Teilnehmern jedes Quentchen Vorfahrtregel ausgequetscht. Ich ueberlege, ob es sinnvoll ist ein
Ankermanoever vorzutaeuschen (dann haette als Manoeverfahrender ich Vorfahrt), entscheide mich dagegen und gelange
letztendlich auf die Reede von St Georgs wo ein Internetcafe, wo ich dieses hier schreiben kann, nicht weit ist.
Neue Bilder gibt es wieder dann, wenn ich ein InternetCafe finde, das ich auch an meine Kamera anschliessen kann.
Bis neulich
Euer Georg
St. Georg's, Grenada, W.I.
Sonntag, 11.01.2004
Allright...
...gruessen die einheimischen Barbadianer oft. Eine sehr laessige Erwiederung auf ein "Good afternoon" - aber immer nett gemeint.
Die Wochen sind schnell umgegangen in Barbados, unserem Zielhafen nach der langen Fahrt. Reparaturen, Besorgungen und
abends oft Cocktails auf anderen Booten bestimmten den Tag. Ausfluege und Besuche der Hauptstadt Bridgetown (wir ankern
direkt gegenueber des Regierungssitzes) gehoerten genauso dazu wie Schnorchelgaenge zu ein paar Wracks in unserer Bucht.
Vor einer Woche hat Irene Barbados mit dem Ziel Curacao per Flugzeug verlassen und laesst mich als Einhandsegler zurueck
Die Zeit in Barbados ist aber auch fuer mich nun um und mein naechstes Ziel heisst Tobago, ungefaehr eine Tagesreise
Suedwestlich von hier. Die deutschen Yachten Macoma, Inti und Kiwitt, die wir schon auf den Kanarischen Inseln
kennengelernt hatten, werden dort auch ihre Anker in den naechsten Tagen werfen.
Fuer mich wird die Reise dort nicht zu Ende sein. Zu aufwaendig war die Anreise, zu strapazioes die Fahrt hierher als das ich
auf einen Besuch der schoensten karibischen Inseln verzichten moechte. Deshalb sieht die Planung nach Tobago noch die
Grenadinen, Martinique, Dominica, Antigua, und Sint Marteen vor, wovon ihr auch jeweils Bericht erhalten werdet, bevor
ich Kurs auf Curacao absetzen moechte.
Bedanken moechten wir uns beide fuer die Gleuckwuensche zur erfolgten Ueberfahrt sowie das Interesse anderer Segler
deren Fragen ich gerne persoehnlich beantworten werde, sobald sich mir eine bessere Moeglichkeit bietet.
Jetzt schicke ich euch, auch im Namen von Irene, noch einen dicken Haufen karibischer Waerme und schoene Gruesse.
Georg
Donnerstag, 01.01.2004
Hallo Ihr Lieben daheim in Europa,
Unsere 11. Bordregel auf Futschi Kato lautete „Wir schaffen es“ und wir haben es geschafft! Vor 6 Tagen,
am 22 Dezember haben wir die Karibik erreicht!
Es ist wirklich ein Traum! Weiß-rosa Strände, türkises Wasser, Schildkröten direkt am Ankerplatz, der nur
100 Armzüge vom Strand entfernt ist. Überall Palmen, 10000 Schockobaby´s und es gibt rund um die Uhr
überall Musik.
Nach 28 Tagen auf dem Atlantik war es ein wahnsinns Gefühl wieder Land zu sehen. In der Nacht zum 22ten
gegen 23 Uhr sahen wir die ersten von Menschen gemachten wie ein Lichtscheinen, ufoförmig am Horizont.
Stunde um Stunde wuchs das Ufo, 2 stündlich wechselten wir unsere Schichten an der Selbststeueranlage, die
wir seit dem Abriß der Ruderaufhängung, 500 Seemeilen zuvor mit der Hand bedienten. Wir zählten die Stunden
bis zum Sonnenaufgang. Gegen 6.15 Uhr war es dann soweit, an Steuerbord wurden die Umrisse von Barbados
immer deutlicher. Wir sahen Häuser und so viel grün bewachsenes...sehr beeindruckend.
Etwas näher unter Land konnten wir das Land dann wirklich riechen....faszinierend. Punkt um 12 am Mittag legten
wir an einem finnischen Schiff an, da die Pier zu hoch war, um von unserem Boot an Land zu kommen. Die finnische
Familie begrüßte uns mit einem „Welcome to Barbados“ und einer Flasche Wein aus Rheinhessen. Futschi Kato lag
neben dem 16 m langen Kahn, als ob es das Beiboot wäre. Auch die Finnische Familie hatte erst einige Stunden zuvor
zum einklarieren angelegt.
Doch bevor Georg den Weg zu den Behörden beschritt, feierten wir unsere Ankunft und nach dem Wein wurde die
letzte Flasche Sauren vom Bord der Futschi Kato vernichtete. Nach dem Einklarieren ging´s dann zur Ankerbucht;
der Calisle bay. Hier liegen wir nun, im Dreieck mit zwei anderen Booten; Wilfried und Elke mit der Macoma,
einem Stahlschiff aus Berlin und der Kiwitt, einem 8,50 m Holzschiff aus Kleve, die von Sebastian und Heike besegelt wird.
Sowohl die Macoma, als auch die Kiwitt stehen noch am Beginn einer Weltumsegelung, doch Futschi Kato wird nach
gründlicher Erkundung des karibischen Meers entweder mit dem Frachtschiff den Weg zurück nach Europa finden oder
es findet sich ein würdiger neuer Eigner mit dem nötigen Kleingeld. Doch das werden wir später sehen.
Nun fragt sich jeder wie es weitergeht. Irene wird bereits seit Wochen im Sea Aquarium in Curacao erwartet, um ihr
8 monatiges Praktikum zu beginnen. Es fällt ihr sehr schwer nach mehr als 3 Monaten Bordleben gemeinsam Georg
hinter sich zu lassen (es war soooooo schön). Wahrscheinlich geht ´s am 1 Januar mit dem Flieger nach Curacao.
Georg wird erst einmal eine neue Ruderaufhängung schweißen lassen, bevor er dann den karibischen Gürtel hochsegelt
in Richtung Sint Marteen, wo er aber genau überall Halt machen wird, weiß er noch nicht. Viele denken nun vielleicht
„Hee er wollte doch auch gleich nach Curacao segeln?“ , doch wenn man es einmal bis hierher geschafft hat, sollte man
sich wirklich soviel wie möglich anschauen...es ist traumhaft schön hier. Anschließend kommt er dann auch nach Curacao,
doch wie was wann und wo werdet ihr noch erfahren.
Wir wünschen euch allen einen suppi guten Rutsch ins Jahr 2004. Vergeßt nicht regelmäßig mal auf www.georgswelt.de
nach zu schauen, dort werden wir so oft wie möglich neue Foto ´s hochladen und über Einträge ins Gästebuch und neue
Kommentare würden uns riesig freuen. Die neuesten Foto´s von der Überfahrt und der Ankunft auf der Barbados sind bereits online!!!!
Macht´s gut und denkt mal an uns!
Irene und Georg
Donnerstag, 25.12.2003
Am Montag sind Irene und Georg auf Barbados angekommen! Jetzt ist es bisCuracao auch nicht mehr weit.
Leider ist die Ruderhalterung gebrochen, so dass wieder das Ersatzruder - Ruder von der Selbststeuerung -
einspringen musste.
In den letzten Tagen war es wohl sehr heiss.
Von Georg und Irene darf ich herzliche Weihnachtswünsche übermitteln, an denen ich mich gerne anschließe.
Auch ein gutes neues Jahr. Die nächste Mail kommt frühstens am 2. Januar, dann hoffentlich ein Bericht, direkt
aus Georgs "Feder". Wir dürfen gespannt sein, was sie sonst noch so erlebt haben!
Viele Grüße
Guido Herdemann
P.S. Guckt doch mal auf Georgs Homepage, vielleicht sind dort bald neue Bilder von der Überfahrt.
Dienstag 23.12.2003
Hallo liebe Sharkys,
Wir sind in Barbados angekommen -- rechtzeitig zu Christmas. Spaeter werden wir mehr auf www.georgswelt.de schreiben und einige Fotos hochladen. Aber vorher bleibt uns (wegen immenser Internetkosten) nur, euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch zu wuenschen.
Georg und Irene
Shark 1214 Futschi Kato, Bridgetown, Barbados
Mittwoch 17.12.2003
Hallo.........!
Hier ist ein kurzer Zwischenbericht über den Segefortschritt von
Georg Pferdmenges und Irene van Adrichem:
Am 15. Dez. d. J., also vorgestern, befanden sich die beiden etwa 700 Seemeilen vor Barbados.
Sie rechnen mit ca. 1 Woche bis zu dieser Insel, dann noch 1-2 Tage bis Curacao.
D. h. Weihnachten gibt es wieder frisches Wasser, frischen Brot und und und........
Leider ist die Solartechnik ausgefallen, so dass die zwei noch sparsamer mit der letzten
Energie umgehen müssen, bis zum nächsten Landgang wird es aber hoffentlich reichen.
Bis bald
Guido Herdemann
Montag 24.11.2003
Hier wieder die neusten Infos von den zwei Seglern:
Nachdem Aufenthalt für einige Tage auf Grandiosa und Lanzarote (s. letzte Mail), waren Georg und seiner Matrosin Irene
eine Woche auf Gran Canaria. 2 Tage waren sie auf Teneriffa und eine Woche auf Gomera. Es wurden für die lange Überfahrt
die letzten Kleinigkeiten eingekauft. Gestern fand dann bei herrlichem Wetter die Abreise statt. Das letzte Kleingeld hatte gerade
noch für ein Abschiedseis ausgereicht. (bitte Fotos ansehen, Album Nr. 5) ( www.devotionalien.de/gallery/index.php?cat=5 ).
Um das Schiff so richtig seetüchtig für den Atlantik zu machen, wurden in Gomera noch so einige Kleinigkeiten repariert und ersetzt,
neue Wanten und Stagen waren nötig, weil die alten ernsthafte Schwachstellen zeigten, aus Deutschland wurde noch eben ein neues
Ruder eingeflogen, weil das alte auf der Überfahrt von Spanien gebrochen war. Das war fast schon alles, und kann ja einen Seemann
nicht erschüttern.
Möglicherweise werden die beiden zu Weihnachten noch auf dem Wasser sein. Sie haben schon ihre Weihnachtswünsche
angemeldet:
Viele Kommentare unter die Fotos, viele Emails, viele Eintragungen in das Gästebuch von www.georgswelt.de.
Hier gibt es auch 4 Videos.
Und sie würden gerne allen Freunden, Verwandten und Bekannten zu Weihnachten schreiben, aber das wird wohl kaum möglich sein.
Mast- und Schotbruch.........
Guido Herdemann
Montag 03.11.2003
Buenas tardes ihr Lieben,
Viele liebe sonnige Gruesse von den Kanarischen Inseln.
So wie ihr bereits ueber Guido erfahren habt, sind wir nach 10-tagigem Toern am letzten Freitag auf der Isla de Graciosa
angekommen, nachdem wir dort erst einmal den Landgang genossen, frisches Brot kaufen und nach 14 Tagen auch mal
wieder duschen konnten - wenn auch kalt - trockneten wir unsere feucht gewordenen Klamotten und genossen das kleine
friedliche Doerfchen in dem die Zeit stehengeblieben zu sein schien.
Nachdem wir unser gebrochenes Hauptruder fuer die Weiterfahrt praepariert hatten, und der Wind wieder in die richtige
Richtung blies, ging es weiter. SO besuchten wir als naechstes die Bucht von Playa Blanca auf Lanzarote. Hier ließen wir
eines unserer Vorsegel reparieren, bauten Lazy Jacks - ein Hilfssystem um das Großsegel leichter bergen zu können - und
besuchten die Kamele, die die Touristen durch den Nationalpark der Feuerberge und Lavalandschaften führen.
Dies alles haben wir unserem "Chachi" (Freund) bonita José zu danken. Ein 59 jähriger Topsurfer, den wir bereits in Graciosa
kennenlernten, der in Playa Blanca wohnt und uns mit seinem Auto über die Insel fuhr. Er ist echt klasse! Gemeinsam mit
seinem Hund Lobba surft er die Wellen ab und begeistert so die Touristen an der Promenade.
Wir wuschen unsere Wäsche bei ihm, kochten zusammen und er taufte Futschi Kato um in "kleine Mausito" - so groß wirkt
unser Boot also. :-)
Das neue Ruder ist unterwegs und langsam bewegen wir uns über Fuerteventura, Gran Canaria und Tenerifa zu der kleinen
Insel Isla de Gomera, wo das neue Ruder dann angebaut wird. Wenn alles klappt, wären wir dann am nächsten Wochenende
soweit... soweit für den langen Törn.
Wir rechnen ungefähr mit 30 Tagen und hoffen, dass unsere Kalkulation aufgeht. Spätestens am 15ten Dezember wird Irene
auf ihrem Praktikumsplatz erwartet.
So, heute gehts also nach Fuerteventura.
Wenn ihr jetzt Lust bekommt, euch Fotos von unserer bisherigen Reise anzuschauen,
geht einfach auf www.georgswelt.de -->Fotos
Dort könnt ihr unter den Fotos eure Kommentare loswerden ... wir würden uns freuen. Natürlich könnt ihr uns auch über
Guido mailen - irgendwann wird ein Internetcafe wieder unseren Weg kreuzen. Nun folgt für alle Interessierten noch eine
Geschichte über unsere Überfahrt und von all unseren Eindrücken.
Die Durchquerung der Strasse von Gibraltar fand für uns des Nachts statt. Zum einen, weil das Hochwasser gerade richtig
ablief, zum anderen, weil noch Ost - und somit Rückenwind - uns auf unserem Weg halfen. Die Gefährlichkeit der berüchtigten
Meeresenge entdeckten wir nicht.
Der Wind war soweit abgeflaut, dass der Motor schob. Unzählige Frachtschiffe waren zu sehen und die starke Strömung
hatte sich als Differenz zwischen Loganzeige (Fahrt durchs Wasser) und GPS-Anzeige (Fahrt über Grund) bemerkbar gemacht.
Während wir mit 5 Knoten durchs Wasser pflügten, kamen wir dem Leuchtturm von Tarifa (die südlichste Stadt Europas) nur
mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Knoten näher. Die Passage des Leuchtfeuers wurde um 00.00h verzeichnet. Für uns ein
doppeltes, und wie sich kurz darauf herrausstellte sogar ein dreifaches Ereigniss:
Anlass 1: Wir feierten in Georgs Geburtstag rein, es gab Geschenke, sogar von den Lieben aus Deutschland
(wo zum Geier war das auf unserem kleinen Bötchen versteckt?) und zu Georgs Riesenfreude: Lakritzschnecken!!
Die gab's doch an Bord sonst nicht oder?
Dann schenkten wir uns gegenseitig den Anlass Nr. 2: Westlich von Tarifa beginnt der Atlantik, den wir nie zuvor unter
dem Kiel hatten.
Anlass Nr. 3 war von unschönerer Natur: Ein Dünnschiss ungeahnten Ausmasses ließ Georg ernsthaft an seiner vor langer
Zeit antrainierten Stubenreinheit zweifeln. Nach Passieren der Strasse konnte nach Süden abgefallen werden, wobei Wache
gehen wegen des starken Schiffverkehrs zwingend notwendig war.
In den folgenden Tagen, in denen wir dicht unter der Küste Afrikas Strecke nach Süden gut machten, stellte sich eine gewisse
Bordroutine ein. Nicht, dass uns die Zeit lang wurde - im Gegenteil: Jeder Handgriff dauerte länger als normal das begrenzte
Platzangebot verlangte Kunstfertigkeit beim Verstauen jeder Kleinigkeit. Selbst ein Gang zur Toilette wurde, da es kein
Einbauklo gab, zu einem Gang zum Eimer - sehr gewöhnungsbedürftig und äußerst anstrengend. z.B. einmal das Papier drinnen
vergessen, schon sitzt man da.....
Das Navigieren erledigen wir gemeinsam, wobei Irene sich in das GPS verliebt hat. SO ein schnuckeliges kleines Gerät:
Es sagt einem, wo man sich befindet und wie schnell man in welche Richtung fährt. In diesen Tagen ist der Appetit nicht
sehr groß. Eine Tasse Müsli reichte uns manchmal schon aus. Am dritten Tag trifft uns ein Wetterumschwung. Zur
Mittagszeit heisst es "Ring frei" für die Kontrahenten "böse große Wolke" gegen Futschi Kato. Aus dieser Wolke kamen
stoßweise starke Böen, die das Wasser weiß kochen ließen. Mit einem Mal entdeckte Georg im vorderen Bereich der Wolke
eine Wasserhose. Die Entfernung betrug ca. 1 km. Ohne Irene zunächst davon in Kenntnis zu setzen, holten wir die Segel ein
und ließen in der geschlossenen Kajüte das Unwetter über uns hinwegziehen. Die Wasserhose verfehlte uns zum Glück. Es
folgten vier Tage schlechtes Wetter, Regen, Wind von vorne und niedrige Temperaturen. Danach wird das Wasser immer
glatter, der Wind schläft ein und eine Flaute beginnt damit, die Segel mit nichts zu füllen. Zur Aufheiterung wird der Motor aus
der Backskiste geholt. 2,3 PS sind nicht gerade viel für eine Verdrängung von knapp 2 Tonnen, reichen aber aus, uns auf
3,5 Knoten (max. 5 kn) zu beschleunigen.
Plötzlich sieht Irene voraus im Wasser etwas treiben. Ein ausgefranstes Stück Holz vielleicht oder ein schlafender Delfin?
Nein, Freude, eine Meeresschildkröte sonnt sich und lässt eine Annäherung bis auf einen halben Meter zu. Cornflakes als
freundliches Geschenk unsererseits verschmäht sie - nicht jedoch ihr kleiner Begleiter, ein Putzerfisch, der sich wohl unter
ihrem Bauch sicher fühlt. Sie taucht ab, als wir den Motor wieder starten. Das war nicht die erste Begegnung mit den
Bewohnern dieser Welt. Zwei Tage vorher hatten wir die Angel ausgeworfen und eine ca. 40cm lange Goldmakrele gefangen.
Die machte sich sehr gut in unserer Pfanne.
Dann hatten sich schon häufiger Delphine zu uns gesellt, die größte Schule von 90 Tieren in der Bucht von Gibraltar. Delphinkinder, stets von einem erwachsenen Tier begleitet, brachten es gerade mal auf die Größe von 60 cm. Sie sprangen
noch nicht so hoch wie ihr Eltern, aber mindestens ebenso elegant wie sie ihre kleinen Leiber aus dem Wasser zu hebeln
wussten um dann platschend wieder zu verschwinden. Wenn sie nachts durchs Wasser flitzten, leuchtete das Plankton im
Wasser grünlich auf - ebenso unser Kielwasser... Wir ziehen nachts einen wunderschönen Schleier hinter uns her. Die Natur
auf diese Weise zu erleben ist wahnsinnig beeindruckend.
Nachts Millionen von kleinen Lichtern über uns. Dank des Sternenführers, den wir in Spanien noch von Georgs Mama
bekommen haben, können wir die verschiedenen Sternbilder auch benennen. Der Himmel ist so weit und scheint unendlich...
noch nie haben wir so viele Wolkenfarben und -formationen gesehen. Manchmal ganz schön duster und dann klart sich
plötzlich alles wieder auf. Auch Regenbögen haben wir in großer Anzahl miterleben dürfen. Farbenfroh hängen sie da und
machen unsere kleine große Welt bunt.
So, das war es erst einmal... Wir hoffen, die letzten Zeilen lassen euch unsere Erfahrungen, Spannungen und Naturpoesieein
wenig miterleben. Uns ruft schliesslich die Ferne, wir lagen jetzt genug im Hafen und vor Anker.
Grüßt alle die wir kennen, schaut euch Fotos auf
--> www.georgswelt.de <-- an, vergesst uns nicht und lasst etwas von euch hören/ lesen.
Adios ihr lieben, machts gut und bis bald....
Georg + Irene
SY Futschi Kato
Freitag 31.10.2003:
Hi ihr,
So, ihr seid jetzt aus dem ein oder anderen Grund in unserem Mailverteiler gelandet.
Berichten wird Guido fuer uns ueber diesen Verteiler von unserer Fahrt auf einer Shark 24
von Spanien ueber die Kanarischen Inseln zur Karibik.
Wenn ihr sonst noch jemand interessiertes kennt - Guido informiert bestimmt gerne noch
mehr Leute. :-)
Momentan befinden wir uns auf Lanzarote - genau genommen in Playa Blanca wo wir heute
im Nationalpark die Kamele geknutscht haben. Alles weitere wird Guido in der naechsten
regulaeren Mail schreiben.
Schoene Gruesse von SY Futschi Kato (Playa Blanca/ Lanzarote)
Irene und Georg