Lebenslauf der Shark 1200 "Schluri"

von Reinhard Bujotzek


Hier ein paar Zeilen über den bisherigren Lebenslauf von „Schluri“:
 

Bestellt wurde „Schluri“ im Herbst 1972 auf der Interboot-Messe in Friedrichshafen am Bodensee. Solide gebaut hat sie danach die österreichischen Werft Korneuburg bei Wien.

Im April 1973 erfolgte die Selbstabholung mit geliehenem Trailer und der Transport zum ersten Liegeplatz: Der „Delta Marina“ am Veerse Meer in der niederländischen Provinz Zeeland. Aufgrund eines beruflichen Auftrags mit Aufenthalt in England segelte ich „Schluri“ bereits im April 1974 gemeinsam mit meinem Vater und meinem Freund Hans Dybowski (beide bis dato Nichtsegler) von Kortgene über Vlissingen nach Burnham-on-Crouch/England.

Bis Anfang Juni 1975 haben Skipper, Ehefrau und die neugeborene Tochter Myra-Renee mit „Schluri“ das strömungsreiche und mit vielen Sandbänken gespicktes Mündungsdelta von River Crouch und River Blackwatwer unter Segel befahren.

Zum Abschuss des England-Aufenthaltes segelte die junge Familie die Shark24 von Burnham-on-Crouch quer über die Themsemündung nach Ramsgate. Die restliche Strecke über den Englischen Kanal nach Calais/Frankreich folgte eine Woche später. Die Crew bestand aus Skipper und Onkel Martin sowie dessen Sohn Ewald.

Mit dem inzwischen erworbenen Bootstrailer ging die Autofahrt von Calais nach Hyeres in Südfrankreich. Skipper und Familie genossen das Segeln entlang der Cote d’Azur. Nach nahezu sechs Wochen ereignisreichen, jedoch entspannenden Segelns zwischen Hyeres und San Tropez ging es zurück nach Kortgene.

Zu Ostern 1976 begann mit dem Trailer die bisher weiteste Reise: 2.900 km von Kortgene nach Athen/Griechenland (Glyfada). Nach 3,5 Tagen Autofahrt war der neue Liegeplatz erreicht. Bis Ende Juli 1976 wurde das neue Segelrevier mit seinen herrlichen Buchten, Dörfern und entlegenen Tavernen ausführlich genutzt. Ziele waren das Cap Sunion, die Insel Ägina, die Halbinsel Poros, sowie die Inseln Kythnos und Kea. Per Trailer ging es danach wieder zurück nach Holland.

Leider unterlag meine geliebte Ehefrau Marianne, mit der ich so viele schöne Erlebnisse mit unserer Shark24 hatte, im Kampf gegen eine unheilbare Krankheit. Es war danach hart, allein und ohne die lebenslustige und nie verzagende Marianne, mit „Schluri“ zu segeln. Aber: You never sail alone!

Im Sommer 1987 zog es die Familie (inzwischen erneut verheiratet und mit einer weitere Tochter Bernice) beruflich in die Schweiz. Wieder nahmen wir „Schluri“ mit. Das Revier war jetzt der Thuner See mit seinem kristallklaren Wasser, mit Föhnsturm oder auch meistens Flaute; jedoch immer mit einer herrlicher Bergkulisse rundherum.

Die Ferien 1990 verbrachten wir mit „Schluri“ in Kroatien. Für diesen Urlaub wurde werftseitig das komplette stehende Gut ausgewechselt sowie Ober- und Unterschale neu abgedichtet. Per Trailer ging es von Spiez aus in die Berge. Wir konnten damals per Autoverladung von Goppelstein/Schweiz bis Domodossola/Italien und dann auf der Strasse bis Rieka/Kroatien weiter fahren. Übernachtet wurde im Boot auf dem Trailer.

Von Rieka segelten wir nach Opatia und weiter entlang der Westseite der Insel Cres. Wir übernachteten unweit des Fähranlegers von Porozina. An nächsten Tag ging es entlang der Insel weiter zur Hauptstadt Cres in der wir einige Tage in Hafen verbrachten. Weiter ging die Fahrt zu dem malerischen Fischerort Valun, der uns in der Serie des österreichischen Fernsehens „Der Sonne entgegen“ so gut gefallen hatte und der eines unserer geplanten Ziele war. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Die nächsten Stationen waren der schmalen Kanal bei Osor, an die Südspitze der Insel Cres gelegen und die Insel Rab. Selbst die Bora, in die wir auf der Strecke zwischen den Inseln Rab und KrK geraten waren hat die Crew mit gerefftem Großsegel und Jib gemeistert. Mit der letzten Segelstrecke von KrK nach Opatja endeten drei wunderschöne, erlebnisreiche Ferienwochen.

Im März 1991 galt es Abschied zu nehmen von der Schweiz. „Schluri“ kehrte zurück in die Segelreviere von Wester- und Osterschelde und erhielt wieder den Liegeplatz am Veerse Meer.

Ein Ferientörn in das Grevelinger Meer im Jahr 1992 führte dazu, dass wir uns für einen neuen Liegeplatz im Yachthafen Port Zelande entschieden. Eine Entscheidung die wie bis heute nicht bereut haben. Die Wasserqualität des Grevelinger Meeres ist ausgezeichnet. Die Sevice-Bereitschaft und die Freundlichkeit des Hafenpersonals lassen keine Wünsche offen. Der Nordseestrand ist über den Abschlussdeich einfach zu erreichen und bei schlechtem Wetter greifen wir auf die Annehmlichkeiten des angrenzenden Ferienparks Center Park zurück. Inseln und gewachsene Dörfer mit eigenen Yachthäfen lassen Törns im Grevelinger Meer niemals langweilig werden.

Ein neuer Abschnitt von „Schluri“ begann im Jahr 2001 als der Skipper nach gescheiterter Ehe wieder als Single unterwegs war. Er hatte während eines Urlaubs auf Teneriffa das Glück auf seiner Seite, zufällig mit Elke aus Düsseldorf zusammenzutreffen. Da er an Ihr die gleiche Begeisterung für das Segeln entdeckte und die Sympathie von Anfang an vorhanden war, wurde es eine neue Liebe. Seit 2002 sind die beiden ein Ehepaar.

Elke hat jedoch Ihren eigenen Kopf und das führte dazu, dass wir 2003 in eine neue Lackierung der Shark24 investierten. Den vormals orangefarbenen Rumpf hat das Serviceteam von Port Zelande perfekt in dunkelblau umgespritzt. Cockpit Tisch, das zweiteilige Einstiegsschott sowie der Spiegel für den Aussenbordmotor wurden ebenfalls erneuert. Dazu kam eine neue Genua. Wie sicher alle Shark24-Segler wissen, ist die Genua ja das „Zugpferd“ der Shark24.

Die vorerst letzte große Tour mit „Schluri“ - jetzt allein mit Elke - hat uns 2003 für fünf Wochen an Italiens ligurische Küste geführt. Ausgehend vom Ferien-Liegeplatz im Hafen Carlo Riva in Rapallo segelten wir Tagestouren entlang der Küste. Höhepunkt war der weltbekannte Hafen Portofino mit seinen davor ankernden Superyachten und Kreuzfahrtschiffen. Obwohl die Liegeplätze rar waren, fanden wir unserer kleinen Segelyacht in jedem Hafen Platz.

Shark24 „Schluri“ ist jetzt aus dem Wasser und wartet auf den Transport nach Mainz. Ich bin sicher, sie wird dem neuen Eigner viel Freude zu bereiten. Ich bedanke mich bei „Schluri“ für all die Erlebnisse die meine Familie und ich erleben durften. Wir werden jetzt nicht „bootlos“ sein.

Wir hoffen auch mit unserer „Papillon“, einer Comfortina32, noch viele weitere Jahre mit schönen Segeltouren erleben zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bujotzek