MEISTERSCHAFTSREGELN

 
1.   ALLGEMEINES
 
Die  International  Shark  Class  Association  trägt  die  Gesamtverantwortung  für  die  Organisation  von
Weltmeisterschaften  und  Kontinentalmeisterschaften  in  Zusammenarbeit  mit  den  nationalen  Shark
Klassenvereinigungen  und  den  nationalen  Jachtinstanzen  [Segelverbänden]  der  verschiedenen
Länder. Diese Segelveranstaltungen werden unter folgenden allgemeinen Regeln abgehalten:
 
2.   BEDINGUNGEN
 
Alle Meisterschaftsbewerbe finden gemäß den jeweils geltenden Wettfahrtregeln für Segelboote der
ISAF  (International  Sailing  Association  Federation)  und  aller  Ergänzungen  durch  die  nationalen
Segelinstanzen, sowie gemäß den Regeln der International Shark Class Association statt, außer wo
besonders angeführte Segelanweisungen gelten.
 
3.   HÄUFIGKEIT DER MEISTERSCHAFTEN
 
a)   Weltmeisterschaften werden jährlich abgehalten.
b).  Meisterschaften  für  Kontinente  dürfen  jährlich  abgehalten  werden,  dürfen  aber  nicht  zur
gleichen  Zeit  und  am  gleichen  Ort  wie  die  Weltmeisterschaften  abgehalten  werden,  wenn
diese Veranstaltung am betreffenden Kontinent stattfindet.
 
4.   FLOTTENGRÖSSE BEI MEISTERSCHAFTEN
 
a)  Bei  Weltmeisterschaften,  und  unabhängig  von  Teilnahmebeschränkungen  oder
Qualifikationen,  dürfen  zumindest  vier  Boote  pro  Land  und  der  vorherige  Weltmeister
automatisch teilnehmen. Das ISCA Komitee darf die Minimalzahl der Teilnehmer aus jedem
Land nach eigenem Gutdünken erhöhen.
b)   Die  Zuteilung  von  Booten  aus  jenem  Land,  das  die  Meisterschaft  ausrichtet,  darf
  verdoppelt werden.
c)   Bei  Kontinentalmeisterschaften  ist  die  Zahl  der  zur  Meisterschaft  zugelassenen  Boote  nicht
beschränkt, außer das ISCA Komitee erlässt eine spezielle Beschränkung.
 
5.   QUALIFIKATION FÜR DIE TEILNAHME
 
a)   Ein  Repräsentant  eines  Landes,  der  an  Weltmeisterschaften  teilnimmt,  muss  Staatsbürger
dieses Landes sein und auf Treu und Glauben Mitglied eines Yachtklubs dieses Landes sein.
b)   Steuermänner  oder  Skipper  bei  Weltmeisterschaften,  Kontinentalmeisterschaften,  und
nationalen Meisterschaften müssen Vollmitglieder der ISCA sein.
 
6.   ZULASSUNG VON BOOTEN AN MEISTERSCHAFTSREGATTEN
 
Alle Boote, die bei Weltmeisterschaften, Kontinentalmeisterschaften, und nationalen Meisterschaften,
oder  sanktionierten  Regatten  (Schwerpunkt-  Ranglistenregatten)  genannt  werden,  müssen  den
Bestimmungen  und  Regeln  der  International  Shark  Class  entsprechen  und  über  ein  gültiges
Vermessungszertifikat  verfügen.  Das  Vermessungskomitee  ist  berechtigt,  alle  Boote,  Segeln,  etc.
ganz oder teilweise neu vermessen zu lassen. Werden Abweichungen von den Regeln festgestellt, ist
das  Boot  nicht  berechtigt,  an  SHARK  24  Wettfahrten  teilzunehmen,  bis  eine  weitere  offizielle
Vermessung zur Zufriedenheit des Spezifikationscommittees abgeschlossen wurde.

7.   ANZAHL DER WETTFAHRTEN BEI MEISTERSCHAFTEN
 
a)  i)  Bei  den  Weltmeisterschaften  ist  die  Anzahl  der  Wettfahrten  mit  mindestens  vier  (4)
und höchstens zehn (10) festgelegt.
ii)  Vier Wettfahrten stellen eine Meisterschaft dar.
iii)  Eine  Langstreckenwettfahrt  ist  vorzusehen,  sobald  vier  oder  mehr  Wettfahrten
gesegelt wurden, vorausgesetzt, dass die Langstreckenwettfahrt nicht am letzten Tag,
der für die Bewerbe vorgesehen ist, stattfindet.
b)  An  einem  Tag  dürfen  höchstens  drei  Wettfahrten  abgehalten  werden;  am  Tage  der
Langstreckenwettfahrt darf keine [weitere] Regatta abgehalten werden.
c)  Bei Kontinentalmeisterschaften müssen zumindest vier Wettfahrten zu segeln sein.
d)  Bei nationalen Meisterschaften wird empfohlen, zumindest vier Wettfahrten abzuhalten, aber
der  nationale  Verband  oder  die  nationale  Jachtinstanz  können  diese  Zahl  nach  eigenem
Gutdünken reduzieren.
 
8.   WERTUNGSSYSTEM
 
a)   Bei Weltmeisterschaften ist das “low-point scoring system” zu verwenden. Jeder Teilnehmer
darf  eine  beliebige  Wettfahrt,  auch  die  Langstreckenwettfahrt,  aus  seiner  Endabrechnung
herausnehmen,  ausgenommen  es  wurden  nur  vier  Wettfahrten  beendet  -  dann  zählen  alle.
Wenn weniger als vier Wettfahrten beendet wurden, ist die Meisterschaft null und nichtig.
b)   Bei  Kontinentalmeisterschaften  ist  das  “low-point  scoring  system”  zu  verwenden.  Jeder
Teilnehmer hat eine Wettfahrt aus seiner Endabrechnung herauszunehmen, außer  es wurden
nur  drei  Rennen  beendet,  dann  da  zählen  alle  drei.  Wenn  weniger  als  drei  Wettfahrten
beendet wurden, ist die Meisterschaft null und nichtig.
c)   Bei  nationalen  Meisterschaften  kann  die  nationale  Shark  Klassengemeinschaft  das
Auswertungssystem  festlegen,  aber  es  wird  empfohlen,  das  “low-point  scoring  system”  zu
verwenden.
 
9.  KURSE
 
a)  Es steht sowohl den Organisatoren, als auch dem ISCA Komitee frei, die Kurse „luv lee“ mit
einer  Wendemarke  und  einem  Tor  in  Lee  zu  setzen,  einen  herkömmlichen  Dreieckskurs  in
olympischer Manier abzustecken, oder einen anderen Kurs zu wählen, der üblicherweise für
ISAF Weltmeisterschaften Anwendung findet.
b)  Wie angeführt, soll eine der Wettfahrten bei der Weltmeisterschaft eine Langstreckenwettfahrt
sein. Dafür wird eine Länge von zumindest 24 km und höchstens 42 km empfohlen. Es wird
auch  empfohlen,  die  Langstreckenwettfahrt  mit  einem  Luvschlag  von  zumindest  1,6  km  zu
beginnen.
c)   Bei Kontinentalmeisterschaften steht die Kurssetzung der organisierenden Instanz frei.
 
10.   VERKÜRZUNG VON KURSEN
 
a)   Bei Weltmeisterschaften kann der Kurs nach Gutdünken des Rennleiters gemäß ISAF Teil 3
verkürzt werden, wenn der gesamte Kurs nicht in etwa eineinhalb Stunden bewältigt werden
kann.  Jede  Wettfahrt,  bei  der  weniger  als  3  Bahnschenkel  gefahren  wurden,  ist  ungültig.
Diese Bestimmung gilt nicht für Langstreckenwettfahrten, die nicht verkürzt werden können.
Eine  Langstreckenwettfahrt  ist  ungültig,  wenn  das  führende  Boot  den  Kurs  nicht  mit  einer
minimalen Durchschnittsgeschwindigkeit von 2 Knoten beenden kann.
b)   Bei  Kontinentalmeisterschaften  können  die  Kurse  nach  Ermessen  des  Rennleiters  gemäß
ISAF Teil 3 verkürzt werden, wenn er der Ansicht ist, dass der gesamte Kurs nicht innerhalb
einer  angemessenen  Zeit  beendet  werden  kann.  Jede  Wettfahrt,  bei  der  weniger  als  drei
Bahnschenkel des Kurses beendet wurden, ist ungültig.

11.   STARTLINIEN
 
Bei Weltmeisterschaften und bei Kontinentalmeisterschaften muss die Startlinie ungefähr im rechten
Winkel zum ersten Bahnschenkel des Kurses liegen. Zum Zeitpunkt des ersten Vorbereitungssignales
soll der erste Bahnschenkel des Kurses möglichst nahe an Luv liegen.
 
12.   LÄNGE DER STARTLINE
 
Bei Weltmeisterschaften und bei Kontinentalmeisterschaften muss die Länge der Startlinie zumindest
der Gesamtlänge aller teilnehmenden Boote plus 25% entsprechen.
 
13.   ORGANISATION
 
Die  Organisationsaufgaben  von  sowohl  Welt-  als  auch  Kontinentalmeisterschaften  sind  wie  folgt
aufzuteilen:
a)   Die  gastgebende  nationale  Vereinigung  wählt  im  Einvernehmen  mit  dem  ISCA  Komitee
rechtzeitig im Vorhinein einen geeigneten Jachtklub aus, der die Veranstaltung durchführt.
b)   Das  Organisationskomitee  wird  durch  den  Jachtklub  oder  die Jachtvereinigung ernannt,  die
durch  die  gastgebende  Vereinigung  mit  der  Durchführung  der  Veranstaltung  betraut  wurde.
Ihm  muss  zumindest  ein  Vertreter  der  gastgebenden  Vereinigung  angehören.  Das
Organisationskomitee ist für die allgemeine Durchführung der Meisterschaften einschließlich
Sicherheitsmaßnahmen  und  Regelkonformität  verantwortlich.  Das  Organisationskomitee  hat
zumindest 6 Monate vor den Meisterschaften vorläufige Ausschreibungen zur Genehmigung
durch  das  ISCA  Komitee  zu  versenden.  Der  Inhalt  dieser  Ausschreibungen  hat  Teil  7  der
„Race Organization“ und Anhang M, Ausschreibung und Segelanweisungen der ISAF Regeln
zu  entsprechen.  Das  Organisationskomitee  hat  die  Segelanweisungen  und  die  endgültige
Ausschreibung  dem  ISCA  Komitee  zumindest  drei  Monate  vor  der  Meisterschaft  zur
Genehmigung  vorzulegen.  Der  Inhalt  dieser  Ausschreibungen  hat  den  ISAF  Regeln  zu
entsprechen.  Die  offizielle  Sprache  der  Segelanweisungen  hat  Englisch  zu  sein.  Es  ist
wünschenswert,  dass  Übersetzungen  in  die  Sprachen  der  teilnehmenden  Rudergänger
beigestellt werden. Ist das nicht der Fall, sollten die Segelanweisungen allen teilnehmenden
Rudergängern  zumindest  vier  Wochen  vor  der  Veranstaltung  zugänglich  gemacht  werden,
damit  sie  ihre  eigenen  Übersetzungen  machen  können.  Es  ist  beabsichtigt,  dass  alle
Entscheidungen  hinsichtlich  Maße,  Protesten,  und  den  vorliegenden  Regeln  endgültig  sind.
Das  Organisationskomitee  hat  daher  von  seiner  nationalen  Jachtautorität  eine  spezielle
Genehmigung  einzuholen,  dass  die  Entscheidungen  des  Vermessungs-  Protest-  und
Klassenkomitees endgültig sind. Nach den Meisterschaften hat es dem ISCA Komitee einen
Bericht  über  die  Anwendung  der  Wettkampfregeln  und  allfällige  Empfehlungen  zu  deren
Verbesserung vorzulegen.
c)   Die  Wettfahrtleitung  verfügt  über  Rechte  und  Pflichten  gemäß  Teil  3  der  ISAF  Regeln.  Die
Wettkampfleitung  ist  durch  das  Organisationskomitee  zu  ernennen.  Die  Wettkampfleitung
sollte jegliche Bemühungen hinsichtlich Teamrennen abwehren.
d)   Das Klassenkomitee hat die ISCA bei den Meisterschaften zu vertreten. Jedes teilnehmende
Land, das berechtigt ist, im ISCA Komitee vertreten zu sein, hat ein Klassenkomiteemitglied
zu ernennen, das Vollmitglied der ISCA sein muss und vorzugsweise auch Mitglied des ISCA
Komitees ist. Der Vorsitzende des Klassenkomitees hat ein internationaler Vertreter der Shark
Klasse  [International  Shark  Class  Officer]  zu  sein,  der  durch  das  ISCA  Komitee  ernannt
wurde, und vorzugsweise der Präsident des ISCA Komitees ist. Die Namen der Angehörigen
des  Klassenkomitee  werden  dem  Organisationskomitee  durch  das  ISCA  Komitee  bekannt
gegeben. Der Vorsitzende des Klassenkomitees hat mit dem Gastgeberverband und mit dem
Organisationskomitee  zusammenzuarbeiten,  um  sicherzustellen,  dass  ein  offizieller
Klassenvermesser  mit  ausreichenden  Messgeräten  während  der  ganzen  Veranstaltung
vorhanden ist. Die Mitglieder des Klassenkomitees haben über alle Angelegenheiten
                                                  
ISCA Constitution                                       April 2010                                                            14
             hinsichtlich  der  Auslegung  der  Meisterschafts-  und  Klassenregeln  zu  entscheiden,  deren
englische Fassung im Falle von Unklarheiten gilt. Das Klassenkomitee ist in Verbindung mit
dem  Organisationskomitee  verantwortlich  für  die  Rangliste  der  Teilnehmer  am  Ende  der
Meisterschaften,  und  seine  Entscheidung  ist  endgültig.  Es  hat  sicherzustellen,  dass  diese
Ergebnisse offiziell verlautbart werden.
e)   Das Vermessungskomitee ist durch das „Spezificationscommittee“ zu bestimmen. Ihm hat ein
offizieller  Klassenvermesser  mit  ausreichenden  Messgeräten  anzugehören.  Das
Vermessungskomitee hat dem ISCA Komitee einen Bericht über seine offiziellen Tätigkeiten
und über allfällige Abweichungen von den Klassenregeln, die es festgestellt hat, vorzulegen.
f)   Das  Protestkomitee  (die  Jury):  Der  Vorsitzende  und  die  Angehörigen  des  Protestkomitees
sind durch das Organisationskomitee mit Genehmigung des Klassenkomitees zu wählen. Die
Angehörigen des Protestkomitees müssen voll mit den ISAF Wettfahrtregeln Segeln vertraut
sein  und  ihre  Ansichten  und  Entscheidungen  müssen  unparteiisch  sein.  Es  wird
vorgeschlagen, dass sich ein Vertreter der nationalen Jachtinstanz des Gastgeberlandes im
Protestkomitee befindet, und dass dieses sich an die allgemeinen Abläufe gemäß den ISAF
Wettfahrtregeln – Segeln - hält.
 
14.   PREISE
 
Bei  allen  Meisterschaftswettfahrten  wird  empfohlen,  dass  der  Steuermann  und  die  Mannschaft  der
ersten zehn Boote im Bewerb Preise zuerkannt bekommen, zumindest jedoch fünf Boote. Die Preise
sind für den Punkteendstand zu vergeben. Es wird auch vorgeschlagen, dass der gastgebende Klub
oder  die  gastgebende  Vereinigung  allen  Teilnehmern  von  Weltmeisterschaften  ein  Souvenir
überreicht.
 
Die ISCA wird die Bill Metzger Trophy an das Boot mit dem besten Punktestand, resultierend aus der
Übungswettfahrt, der Langstreckenwettfahrt und der letzten Wettfahrt, überreichen.
 
 
ENDE DER MEISTERSCHAFTSREGELN