{"id":109,"date":"2020-12-04T17:58:06","date_gmt":"2020-12-04T16:58:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/?p=109"},"modified":"2021-01-20T18:10:18","modified_gmt":"2021-01-20T17:10:18","slug":"fuenen-aber-nicht-rund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/fuenen-aber-nicht-rund\/","title":{"rendered":"F\u00fcnen \u2013 aber nicht rund"},"content":{"rendered":"<pre>von Karl und Angelika M\u00fcller<\/pre>\r\n\r\n\r\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unsere Route<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"534\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Fuenen-aber-nicht-rund-Route.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-115\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Fuenen-aber-nicht-rund-Route.jpg 500w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Fuenen-aber-nicht-rund-Route-281x300.jpg 281w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Fuenen-aber-nicht-rund-Route-140x150.jpg 140w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Reisevorbereitung und Anreise<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eigentlich hatten wir f\u00fcr diesen Sommer andere Segelpl\u00e4ne aber kurzfristig entschlossen wir uns zu einem Ostseet\u00f6rn. Rund F\u00fcnen fiel uns spontan ein. Ein \u00e4lterer \u201eF\u00fchrer f\u00fcr Sportschiffer\u201c und der \u201eRevierf\u00fchrer Ostsee\u201c standen bereits im B\u00fccherregal. Die fehlenden Karten bestellte ich schnell \u00fcber das Internet. Da es bei den Delius \u2013 Sportbootkarten aktuelle Hafenpl\u00e4ne und eine Wegepunktliste kostenlos dazu gibt, waren wir danach mit der n\u00f6tigen nautischen Literatur versorgt. Nachdem ich \u201eAllegro\u201c aus dem Wasser geholt hatte, war zun\u00e4chst erst einmal Basteln angesagt. F\u00fcr das neu angeschaffte und bereits eingebaute DSC \u2013 Funkger\u00e4t musste noch die Antenne installiert werden. Das hatte ich bisher noch nicht gemacht, da ich mir ein zus\u00e4tzliches Mastlegen und \u2013stellen ersparen wollte. Nachdem die Antenne installiert und \u201eAllegro\u201c urlaubsklar beladen war, fuhren wir am Montag, dem 1. August, vom Sauerland an die Ostsee. Gelting am Ausgang der Flensburger F\u00f6rde sollte Start- und Zielhafen unseres T\u00f6rns sein. Leider kann man auf deutschen Autobahnen auch an ganz normalen Werktagen in l\u00e4ngere Staus kommen. Au\u00dferdem hatten wir unsere Durchschnittsgeschwindigkeit etwas zu hoch eingesch\u00e4tzt, sodass wir statt wie geplant um 15 Uhr erst gegen 17 Uhr in der Marina Gelting Mole ankamen. Das war aber nicht weiter schlimm. Der wirklich sehr freundliche Hafenmeister krante unser Schiff sofort, sodass wir es noch segelklar machen konnten, bevor wir uns auf unseren T\u00f6rn mit einem vorz\u00fcglichen Essen im Hafenrestaurant einstimmten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gelting &#8211; Marstal<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Wind aus West der St\u00e4rke 3 bis 4 sind f\u00fcr heute angesagt und da sollten wir in f\u00fcnf bis sechs Stunden in Marstall sein. Also erledigen wir nach einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck in Ruhe die verbleibenden Restarbeiten: Wasser tanken, f\u00fcr den vergessenen Bootshaken einen neuen kaufen, den Ersatzkanister f\u00fcr den Au\u00dfenborder an der Tankstelle f\u00fcllen und die Wegepunkte in den GPS eingeben. Schlie\u00dflich ist es fast halb zw\u00f6lf, als wir ablegen. Gleich nach der betonnten Hafeneinfahrt setzten wir die Segel und laufen bei halbem Wind mit flotter Fahrt bis zum Leuchtturm Kalkgrund. Dort hei\u00dft es abfallen und platt vor dem Laken nehmen wir Kurs auf die S\u00fcdostspitze von Aer\u00f6. Die Genua f\u00e4llt ein und der Bootsspeed f\u00e4llt auf drei Knoten. Also machen wir das Spinnakergeschirr klar. Als der Spi steht, steigt die Fahrt auf vier Knoten. Die anfangs dichte Bew\u00f6lkung rei\u00dft auf, der Wind legt zu und so queren wir mit 6 Knoten den kleinen Belt. Gelegentliche Winddreher bescheren uns die eine oder andere Spi-Halse. Nachdem wir die Spitze gerundet haben, sind es noch drei Meilen bis nach Marstall. Die bilden den kr\u00f6nenden Abschluss dieses sch\u00f6nen Segeltages. Im Lee der Insel steht fast kein Seegang. Der Wind jedoch wird durch die flache Insel kaum gebremst und weht so, dass wir gerade noch unter Spinnaker die Ansteuerung von Marstal anliegen k\u00f6nnen. So geht es mit Rauschefahrt bei inzwischen strahlendem Sonnenschein bis zur Ansteuerungstonne. Dort bergen wir die Segel und laufen unter Motor durch die enge und abknickende Einfahrt in den Hafen von Marstal ein. Im Hafen sind alle Liegepl\u00e4tze belegt. An den Stegk\u00f6pfen haben sich schon P\u00e4ckchen gebildet. Wir legen als drittes Schiff an einem P\u00e4ckchen an. Der anschlie\u00dfende Landgang entpuppt sich als reine Kletterpartie. Auf das 32 Fu\u00df lange Nachbarboot gelangen wir noch relativ einfach aber dahinter hei\u00dft es, das Deck einer zweist\u00f6ckigen Motoryacht zu erklimmen, von wo aus wir dann nach einem beherzten Sprung in die Tiefe auf den Steg gelangen. Bis zum Ablegen beschr\u00e4nken wir darum unsere Landg\u00e4nge auf ein notwendiges Minimum.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Marstal &#8211; Faborg<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Gl\u00fccklicherweise sind unsere Nachbarn keine Fr\u00fchaufsteher und so k\u00f6nnen wir in Ruhe fr\u00fchst\u00fccken und dann das Schiff seeklar machen. Der morgendliche Wetterbericht prognostiziert Wind der St\u00e4rke 3 aus S\u00fcdwest und auch am Mittwoch soll es weiter aus dieser Richtung wehen. Darum beschlie\u00dfen wir, F\u00fcnen im Uhrzeigersinn zu runden. Als Tagesziel bietet sich das rund 30 Meilen entfernt liegende Faborg an. Dazu m\u00fcssen wir 8 Meilen bis zur Insel Drej\u00f6 einem betonnten Fahrwasser durch die hier teilweise nur 50 Zentimeter tiefe D\u00e4nische S\u00fcdsee folgen. Danach geht es weiter zur Westspitze der Insel Avernak\u00f6. N\u00f6rdlich davon beginnt dann das 5 Meilen lange Fahrwasser nach Fahrborg. Es sind also reichlich Wegepunkte in den GPS einzugeben. Darum ist es ein kleiner Trost, dass die erste Ansteuerungstonne noch von gestern gespeichert ist. Wir verlassen den Hafen von Marstall unter Motor und folgen dem Fahrwasser, wie mehrere andere Yachten auch. Ich werde unruhig. Irgendwie kommt mir die Gegend unbekannt vor, ich kann mich nicht erinnern, gestern hier lang gefahren zu sein. Meiner Frau geht es genauso. Auch der GPS behauptet hartn\u00e4ckig, der erste Wegepunkt liege achterlich und nicht voraus. Schnell trage ich die GPS &#8211; Position in die Karte ein. Wir sind genau da, wo wir sein m\u00fcssten. Ein Blick auf den \u00dcbersegler bringt des R\u00e4tsels L\u00f6sung. Nach Marstal f\u00fchren zwei Fahrwasser, beide sind durch eine Ansteuerungstonne markiert. Auf den Detailkarten ist das nicht zu sehen, da Marstal auf einem Karten\u00fcbergang liegt und jede Karte nur ein Fahrwasser und eine Ansteuerungstonne zeigt. Unser erster Wegepunkt im GPS ist also falsch. Den Richtigen k\u00f6nnen wir jedoch kurz darauf direkt voraus erkennen. Man lernt eben nicht aus. Nachdem sich die Aufregung gelegt hat, ist es ein Segeltag wie aus dem Bilderbuch. Bei strahlendem Sonnenschein gleiten wir fast lautlos durch die D\u00e4nische S\u00fcdsee, vorbei an kleinen unbewohnten Inseln. In der Ferne sehen wir im Flachwasserbereich hunderte von Schw\u00e4nen bei der Nahrungssuche. In Faborg haben wir Gl\u00fcck und ergattern den letzten Liegeplatz im idyllisch gelegenen Gemeindehafen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Im-Hafen-von-Faborg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-116\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Im-Hafen-von-Faborg.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Im-Hafen-von-Faborg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Im-Hafen-von-Faborg-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Leider sind schon alle Stromanschl\u00fcsse belegt. Damit sind wir schon den zweiten Tag ohne Landstrom. Dank des neuen Solarpanels ist das aber nicht schlimm. Nach dem Festmachen bummeln wir durch das h\u00fcbsche kleine St\u00e4dtchen und nutzen die Gelegenheit zum Einkaufen im Supermarkt. Zur\u00fcck an Bord machen wir uns ans Abendessen. Das m\u00fcssen wir leider unter Deck einnehmen, da es angefangen hat zu regnen. Der Abendspaziergang im \u00d6lzeug f\u00fchrt uns zur Marina von Faborg. Hier gibt es noch reichlich freie Liegepl\u00e4tze, man liegt aber im h\u00e4sslichen Industriebereich der Stadt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fabor &#8211; Faldsled<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Wetter\u00e4nderung bringt auch reichlich Wind. Mit St\u00e4rke Sechs soll es heute wehen, Richtung S\u00fcdwest bis West. Unter diesen Voraussetzungen sollte es m\u00f6glich sein, bis nach Assens oder sogar Middelfart zu kommen. Der Himmel ist bedeckt und so beginnen wir unsere Tagesetappe mit \u00d6lzeug und Rettungsweste. Schon im Hafen haben wir das erste Reff eingebunden. Die lange Ausfahrt von Faborg k\u00f6nnen wir ohne zu kreuzen segeln. Bei der angesagten Windrichtung ist das ungew\u00f6hnlich und l\u00e4sst f\u00fcr den weiteren Weg nichts Gutes ahnen. Nachdem wir das Fahrwasser verlassen haben, \u00e4ndern wir unseren Kurs, um zwischen Ly\u00f6 und F\u00fcnen hindurch in den kleinen Belt einzulaufen. Jetzt zeigt sich, dass der Wind entgegen der Vorhersage eine deutliche n\u00f6rdliche Komponente hat. Das hei\u00dft Kreuzkurs. Die Wellen sind nicht sehr hoch aber unangenehm kurz und steil, so dass Allegro immer wieder abgebremst wird und die Logge selten mehr als 4,5 Knoten anzeigt. Gelegentlich fallen so harte B\u00f6en ein, dass die Scheuerleiste in Lee unter Wasser gedr\u00fcckt wird. Kurze Regeng\u00fcsse tragen auch nicht gerade zu unserer Erheiterung bei. So ist es schon fr\u00fcher Nachmittag, als wir endlich den kleinen Belt erreichen. Hier sind die Wellen zwar h\u00f6her aber nicht mehr so steil und darum laufen wir jetzt gut f\u00fcnf Knoten. Aber auch der n\u00e4chste Wegepunkt ist nur durch Kreuzen zu erreichen. Eine kurze Kalkulation ergibt, dass wir noch mindestens sechs Stunden brauchen, um Assens zu erreichen. Das scheint uns unter den gegebenen Umst\u00e4nden nicht gerade erstrebenswert. Zur\u00fcck und die so m\u00fchsam erk\u00e4mpften Meilen wieder aufgeben wollen wir auch nicht. Ich laufe daher vor dem Wind ab. Auf dem nun ruhig mit mehr als sieben Knoten dahingleitenden Schiff kann meine Frau w\u00e4hrenddessen unter Deck Karte und Hafenhandbuch auf der Suche nach einem geeigneten Ausweichhafen zu rate zieht. Der ist mit Faldsled in der benachbarten Heln\u00e4sbucht auch schnell gefunden. Also wieder hoch an den Wind und noch einige Meilen den kleinen Belt aufkreuzen, bis wir abfallen k\u00f6nnen und mit Rauschefahrt in die Heln\u00e4sbucht einlaufen. Bald schon sind die Tonnen auszumachen, die das Fahrwasser durch die seichte Bucht kennzeichnen. Ihnen k\u00f6nnen wir unter Segeln bis zur Hafeneinfahrt folgen. Der Hafen liegt mitten im Gr\u00fcnen und ist zum Gl\u00fcck nicht \u00fcberf\u00fcllt. Beim Aufklaren des Schiffes m\u00fcssen wir feststellen, dass unsere betagte Fock dieses Abenteuer nicht gut \u00fcberstanden hat. Die Naht nahe dem Segelkopf ist ist komplett aufgegangen. F\u00fcr den Rest des T\u00f6rns l\u00e4sst sich das wohl reparieren aber dann ist eine Neuanschaffung f\u00e4llig. Au\u00dferdem hat sich unsere Nationalflagge unbemerkt verabschiedet. Auch die Deck-Rumpf-Verbindung unserer Allegro scheint nicht mehr dicht zu sein, denn im Vorschiff ist das Polster der Backbordkoje am Rand feucht. Die Bilanz dieses Segeltages ist auch ansonsten ern\u00fcchternd. Luftlinie sind wir gerade einmal 10 Seemeilen von Faborg entfernt. Auf dem Seeweg sind es 20 Meilen bei direktem Kurs und wir haben \u00fcber drei\u00dfig Meilen zur\u00fcckgelegt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach dem Aufklaren erkunden wir den idyllisch gelegenen Hafen. F\u00fcr Herren und Damen gibt es jeweils ein \u201eH\u00e4uschen\u201c, die aber verschlossen sind. Ein Schild verr\u00e4t, dass es den Schl\u00fcssel dazu beim Hafenmeister gibt. Der Hafenmeister ist nicht zu sehen und so fragen wir im Hafenkiosk nach. Das erweist sich als schwierig, da die \u00e4lteren Leute dort weder Deutsch noch Englisch sprechen. Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen k\u00f6nnen wir uns aber verst\u00e4ndlich machen und finden dann auch noch den Hafenmeister. Kaum haben wir den Schl\u00fcssel erhalten und unser Hafengeld bezahlt, setzt ein Gewitterschauer ein. Bevor wir wieder an Bord sind, sind unsere Hosen vom Knie abw\u00e4rts v\u00f6llig nass. Dunkle Regenwolken ziehen \u00fcbers Land und entladen sich immer wieder in heftigen G\u00fcssen. Au\u00dferdem ist es empfindlich kalt geworden. So verbringen wir den Rest des Tages weitgehend im Schlafsack und widmen uns der reichlich mitgenommenen Urlaubslekt\u00fcre. Ich repariere die Fock mit viel Segelklebeband notd\u00fcrftig, habe aber Zweifel, ob diese Reparatur Windst\u00e4rke 6 lange widersteht. In einem solchen Fall werden wir dann eben unsere Sturmfock setzen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Regenwolken-ueber-Faldsled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-118\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Regenwolken-ueber-Faldsled.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Regenwolken-ueber-Faldsled-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Regenwolken-ueber-Faldsled-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Hafentag<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen sagt der Wetterbericht Schauer und Wind der St\u00e4rke 6 aus West voraus. Beim Fr\u00fchst\u00fcck sind wir noch entschlossen, nach Assens zu segeln. Als wir das Schiff aber seeklar machen wollen, regnet es in Str\u00f6men und der Wind legt m\u00e4chtig zu. Segeln unter diesen Bedingungen macht keinen Spa\u00df und so beschlie\u00dfen wir einm\u00fctig: Hafentag. Eine wirklich gute Entscheidung denn es regnet fast den ganzen Tag. Und das langanhaltend und heftig. Darum k\u00f6nnen wir das Boot nur zu einem kurzen Spaziergang verlassen und nat\u00fcrlich f\u00fcr die obligatorischen G\u00e4nge zu den wirklich sehr gepflegten \u201eH\u00e4uschen\u201c. Dies G\u00e4nge muss man genau timen oder mit \u00d6lhose und -jacke zur\u00fccklegen, damit man sie halbwegs trocken \u00fcbersteht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Faldsled \u2013 Svendbor<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Wetterbericht am n\u00e4chsten Tag sagt einzelne Schauer und Wind aus Nordwest bis West der St\u00e4rke 5 mit Schauerb\u00f6en voraus. Laut F\u00fcnftageprognose des d\u00e4nischen Wetterberichts soll er in den n\u00e4chsten Tagen immer mehr nach Nord drehen. F\u00fcr und hie\u00dfe das noch zwei Tage Kreuzkurs, wenn wir F\u00fcnen runden wollen. Nat\u00fcrlich ist das machbar aber viel Spa\u00df macht es auch nicht. Darum geben wir unseren urspr\u00fcnglichen Plan auf und suchen uns ein neues Ziel, das unter diesen Umst\u00e4nden einfacher zu erreichen ist. Unsere Wahl f\u00e4llt auf Svendborg, ein h\u00fcbsches St\u00e4dtchen, \u00f6stlich von uns am Sund zwischen F\u00fcnen und Tasinge gelegen. Die Heln\u00e4s \u2013 Bucht k\u00f6nnen wir hoch am Wind verlassen. Danach geht es mit fast achterlichem Wind nach Svendborg. Eigentlich wieder ein Spinnakerkurs aber aus Sicherheitsgr\u00fcnden wagen wir nicht, den zu setzen. Also kreuzen wir vor dem Wind. Das ist auch gut so denn wir bleiben zwar von Schauern verschont, nicht aber von den Schauerb\u00f6en. Die beschleunigen Allegro auch ohne Spinnaker mehrmals bis auf acht Knoten. So kommen wir z\u00fcgig voran und erreichen am fr\u00fchen Nachmittag den Svendborgsund. Durch den immer enger werdenden Sund f\u00fchrt ein betonntes Fahrwasser, dem auch wir wegen der vielen Untiefen folgen m\u00fcssen. Man f\u00fchlt sich wie auf einem Fluss. Als wir Svendbor fast erreicht haben, erwischt und noch einmal eine Schauerb\u00f6e. Diese ist besonders heftig und schon schie\u00dfen wir mit mehr als acht Knoten dahin. Um im Fahrwasser zu bleiben, m\u00fcssten wir halsen. Das ist aber zu riskant. Darum luven wir an und ich hole schnell das Gro\u00dfsegel herunter. Dabei kommt das Ufer gef\u00e4hrlich schnell n\u00e4her. W\u00e4hrend ich beginne, das Gro\u00dfsegel aufzutuchen, f\u00e4llt meine Frau wieder ab und halst nur unter der Fock. Damit ist die Gefahr gebannt. Kaum bin ich wieder im Cockpit, l\u00e4sst der Wind immer mehr nach. Als wir die engste Stelle des Fahrwassers erreicht haben, schiebt uns fast ein Fischkutter, der hier nicht \u00fcberholen kann. Wie starten den Motor und erreichen kurz darauf Svendborg.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Auf-dem-Weg-nach-Svendborg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-122\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Auf-dem-Weg-nach-Svendborg.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Auf-dem-Weg-nach-Svendborg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Auf-dem-Weg-nach-Svendborg-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>In Svendborg gibt es drei H\u00e4fen. Als erstes erreicht man den neuen Yachthafen. Kurz dahinter liegt, direkt am Zentrum der Stadt, der Gemeindehafen. Etwas au\u00dferhalb liegt die Svendborg Sund Marina. Der Hafenf\u00fchrer empfiehlt den Gemeindehafen. Als wir den ansteuern, kommen uns bereits etliche Schiffe auf dem Weg zum neuen Yachthafen entgegen. Der Gemeindehafen ist voll. Festmachen kann man nur noch als drittes oder viertes Schiff im P\u00e4ckchen. Auch wir kehren um, fahren aber zur Svendborg Sund Marina. In einer der wenigen freien Boxen machen wir fest. Man hat einen herrlichen Blick auf den Sund und die Stadt. Die n\u00e4here Umgebung ist weniger sch\u00f6n. Zur Marina geh\u00f6rt ein gro\u00dfer Bungalow \u2013 Anlage und ein dreist\u00f6ckiges Geb\u00e4ude mit Ferienwohnungen. Die Toilettenanlagen sind schmuddelig.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Blick-auf-Svendborg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-113\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Blick-auf-Svendborg.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Blick-auf-Svendborg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Blick-auf-Svendborg-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Unsere Lebensmittelvorr\u00e4te m\u00fcssen wieder einmal erg\u00e4nzt werden und heute ist Samstag. Also machen wir uns unverz\u00fcglich auf den halbst\u00fcndigen Fu\u00dfmarsch zur Stadt. Der Weg ist wirklich empfehlenswert. Er verl\u00e4uft direkt am Sund. Zun\u00e4chst als Trampelpfad am Strand, dann auf einer Promenade am Waldrand entlang. Hin und wieder steht in einer Lichtung ein sch\u00f6nes altes Haus. In Svendborg gehen wir sofort Richtung Zentrum. Schon bald sehen wir Leute mit Einkaufst\u00fcten und finden kurz darauf auch das zugeh\u00f6rige Kaufhaus. Als wir durch die ge\u00f6ffnete T\u00fcr eintreten wollen, stellt sich uns ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in den Weg und sagt etwas auf D\u00e4nisch. Als er unsere verst\u00e4ndnislosen Blicke sieht, f\u00fcgt er noch \u201eclosed\u201c hinzu. Auf der Ladent\u00fcr steht die Erkl\u00e4rung. Am Samstag bis 17.00 Uhr ge\u00f6ffnet und es ist genau 17.03 Uhr. Wer zu sp\u00e4t kommt, den bestraft eben das Leben. Vielleicht werden wir noch wo anders f\u00fcndig. Wir durchstreifen weiter das Zentrum, aber das ist um diese Zeit wie ausgestorben. Wir rationieren schon in Gedanken unsere Vorr\u00e4te, als wir an einer Tankstelle vorbeikommen. Die sind doch in Deutschland halbe Superm\u00e4rkte, ob das hier auch so ist? Es ist und so k\u00f6nnen wir unsere Vorr\u00e4te doch noch erg\u00e4nzen. Als wir zur\u00fcck in die Marina kommen, wirkt die wie ausgestorben. Als es dunkel wird, kann man es ganz deutlich sehen: Wir sind die Einzigen, die hier an Bord \u00fcbernachten. Ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Svendborg &#8211; Lundeborg<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Sonntagmorgen geht es weiter nach Norden. Wir wollen die Nordspitze von Langeland runden und dann durch den Gro\u00dfen Belt wieder in Richtung Deutschland fahren. Zun\u00e4chst scheint noch die Sonne und auch der Wind l\u00e4sst die Logge auf \u00fcber vier Knoten steigen. Nicht berauschend aber wir haben es auch nicht eilig. Mit uns sind viele andere Yachten unterwegs. Leider l\u00e4sst der Wind immer mehr nach und der Himmel bew\u00f6lkt sich. Gemeinsam schleichen wir dahin aber keiner startet den Motor. Als wir uns Lundeborg n\u00e4hern, entbrennt bei uns an Bord eine Diskussion. Anlegen und morgen weiterfahren oder noch heute Langeland runden. Letzteres hie\u00dfe aber, mindestens noch 3 Stunden motoren, wenn wir im Hellen ankommen wollen. Der Wind nimmt uns zun\u00e4chst die Entscheidung ab. Er frischt pl\u00f6tzlich merklich auf und wir machen mehr als 6 Knoten Fahrt. Daf\u00fcr wird die Br\u00fccke \u00fcber den gro\u00dfen Belt, die ich bisher als Peilmarke benutzt habe, in einem heranziehenden Regenschauer unsichtbar. Kaum haben wir das Steckschott eingesetzt, sitzen wir auch schon im Regen. Aber so schnell, wie es gekommen ist, zieht das Schauer auch wieder ab und mit ihm der Wind. Es ist zu bef\u00fcrchten, dass noch weitere Schauer folgen. Motoren im Regen macht aber keinen Spa\u00df und so fahren wir in den nahegelegenen Hafen von Lundeborg. Wir haben Gl\u00fcck und bekommen den letzten freien Liegeplatz an der Pier.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach dem Festmachen die erste Landerkundung. Im Hafen ist reger Betrieb aber der Weg ist weit, da wir erst das neue kreisf\u00f6rmige Hafenbecken runden m\u00fcssen. Im Hafen gibt es R\u00e4ucherfisch und Eis. Wir kaufen beides und wollen gerade wieder zum Boot zur\u00fcck, als ein Gewitterschauer niedergeht. Es blitzt und donnert. Dabei gie\u00dft es zun\u00e4chst wie aus K\u00fcbeln. Danach prasseln erbsengro\u00dfe Hagelk\u00f6rner auf den Hafen nieder. Wir haben nat\u00fcrlich unser \u00d6lzeug an Bord aber in dem mit einer Plane \u00fcberdachten Stra\u00dfencafe finden wir eine trockene Bleibe. Die anf\u00e4ngliche Gelassenheit weicht schnell als uns einf\u00e4llt, dass wir weder das Steckschott eingesetzt noch die Regenpersenning aufgespannt haben. Als der Hagel nicht mehr ganz so dicht f\u00e4llt, renne ich daher zum Boot zur\u00fcck. Dabei muss ich h\u00f6llisch aufpassen, denn der ganze Steg ist voller Hagel. Unter Deck sieht es \u00e4hnlich aus. Kojen und Boden sind mit Hagelk\u00f6rnern bedeckt, bis ins Vorschiff sind sie geflogen. Zum Gl\u00fcck bin ich fr\u00fch genug gekommen und kann die ganze Pracht mit Handfeger und Kehrblech nach drau\u00dfen bef\u00f6rdern, bevor sie geschmolzen ist. Selbst die Polster sind weitgehend trocken geblieben, sodass wir die Nacht in Ruhe verbringen k\u00f6nnen. Im Laufe des Abends gehen noch zwei Schiffe bei uns l\u00e4ngsseits. Allegro \u00fcbersteht das ohne Schaden. Allerdings h\u00e4ngt die Spundwand voller Autoreifen. Die Spuren, die die am Rumpf hinterlassen, muss ich zuhause wegpolieren.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Lundeborg &#8211; Spodsbjerg<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>F\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse haben wir bisher relativ wenige Landausfl\u00fcge gemacht und \u00fcberlegen am Montagmorgen, ob wir das heute nachholen sollen, denn im Ort kann man Fahrr\u00e4der mieten. Aber es ist bedeckt und kalt und darum fahren wir weiter. Der Wind ist schwach und schl\u00e4ft teilweise ganz ein und so erreichen wir, teils unter Segeln, teil unter Motor, am fr\u00fchen Nachmittag Spodsbjerg. Das man sich dem Hafen n\u00e4hert, kann man schon von Weitem erkennen. Zum einen an den F\u00e4hren, die ihn in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden anlaufen, zum anderen an den vielen offenen Anglerbooten, von denen aus weit drau\u00dfen im Belt auf Dorsch gefischt wird. Spodsbjerg ist n\u00e4mlich das d\u00e4nische Zentrum f\u00fcr das Hochseeangeln. Das wird auch im Hafen deutlich. Ganze Stegreihen mit offenen Motorbooten stehen hier zum Verchartern bereit. Ansonsten hat Spodsbjerg wenig zu bieten und darum wollen wir am n\u00e4chsten Tag weiter nach Bagenkop. Der Wetterbericht am Abend h\u00e4lt dann noch eine \u00dcberraschung bereit. \u00dcbermorgen soll ein Sturmtief in die Ostsee ziehen und dort mehrere Tage zu verweilen. Erst am Samstag soll eine kurze Wetterberuhigung folgen, danach soll der Wind wieder zunehmen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Wir-erreichen-Spodsbjerg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-121\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Wir-erreichen-Spodsbjerg.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Wir-erreichen-Spodsbjerg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Wir-erreichen-Spodsbjerg-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Spodsbjerg &#8211; Bagenkop<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Hoch am Wind segeln wir am Dienstag durch den gro\u00dfen Belt Richtung Bagenkop. Auch heute m\u00fcssen wir gelegentlich den Motor starten. Beim Segeln gelangen wir zeitweise in den nah am Ufer verlaufenden Tiefwasserweg. Das ist aber kein Problem, da er kaum befahren ist. Als wir uns am Nachmittag der S\u00fcdspitze von Langeland n\u00e4hern, nimmt der Wind sp\u00fcrbar zu und wir kommen recht flott voran. Wir \u00fcberlegen, ob wir direkt weiter nach Gelting segeln sollen, um vor dem Sturmtief wieder in Deutschland zu sein. Bis Mitternacht m\u00fcsste das unter diesen Bedingungen zu machen sein. Zieht das Tief aber schneller als angegeben, erwischt es uns in dunkler Nacht. Sollten wir dann noch gezwungen sein, abzulaufen, m\u00fcssten wir die ganze Strecke wieder zur\u00fcck, da als Windrichtung West bis Nordwest angesagt ist. Einige ruhige Hafentage in Bagenkoop erscheinen uns da als angenehmere Alternative und so runden wir die S\u00fcdspitze von Langeland und laufen Bagenkop an.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Begegnung-im-Tiefwasserweg.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-112\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Begegnung-im-Tiefwasserweg.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Begegnung-im-Tiefwasserweg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Begegnung-im-Tiefwasserweg-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ausnahmsweise scheint wieder einmal die Sonne und so machen wir nach dem Festmachen noch einen Spaziergang. Eine Besonderheit der Insel Langeland sind die sogenannten Huth\u00fcgel. Sie bildeten sich w\u00e4hrend der letzten Eiszeit aus den Ablagerungen des Gro\u00dfen-Belt-Gletschers. Hier im S\u00fcden reichen sie bis ans Meer, das sie teilweise weggewaschen hat und dadurch eine Steilk\u00fcste formte. Ein solcher halber Huth\u00fcgel ist ganz in der N\u00e4he des Hafens zu finden. Den besteigen wir und genie\u00dfen mit leichtem Kribbeln in der Magengegend den Blick von der ungesicherten und \u00fcberh\u00e4ngenden Abbruchkante in die Tiefe. Danach geht es weiter am Strand entlang. Es ist so warm, dass die Ostsee sogar zum Bade lockt.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ein-halber-Huthuegel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-114\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ein-halber-Huthuegel.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ein-halber-Huthuegel-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ein-halber-Huthuegel-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Hafentag<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen wird f\u00fcr den gesamten Ostseeraum Sturm- oder Starkwindwarnung gegeben. Der Himmel ist bedeckt. Der Wind hat erheblich zugenommen, aber noch nicht Sturmst\u00e4rke erreicht. Wir richten uns auf ein bis zwei Hafentage ein. Zwar gehen unsere Lebensmittelvorr\u00e4te mal wieder zu Ende und D\u00e4nenkronen sind auch nicht mehr reichlich vorhanden aber in unmittelbarer N\u00e4he finden wir eine Bank, einen Kaufladen und sogar einen Supermarkt. Damit ist die Versorgung f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage gesichert und wir widmen uns der Unterhaltungsfrage. Beim unbesetzten Hafenmeisterb\u00fcro liegen reichlich Prospekte aus, mit deren Hilfe wir ein Programm f\u00fcr zwei Tage zusammenstellen. Am sp\u00e4ten Vormittag wandern wir zu einem etwa sieben Kilometer entferntem Noor. Das ist ein als Vogelschutzgebiet ausgewiesener Strandsee, der durch einen schmalen K\u00fcstenstreifen von der Ostsee getrennt ist. Der Weg f\u00fchrt immer an der K\u00fcste entlang, teilweise durch einen malerischen Wald. Wieder einmal m\u00fcssen wir einen halben Huth\u00fcgel erklimmen, die tief h\u00e4ngenden Wolken verhindern aber jede Fernsicht. Unterwegs hat ein leichter Nieselregen eingesetzt, der sich zu einem Landregen entwickelt hat, als wir das Noor erreichen. Das Noor selbst ist weitgehend hinter B\u00e4umen verborgen. Angesichts des Wetters suchen wir nicht lange nach einem Zugang, sondern treten, diesmal \u00fcber die Stra\u00dfe, den R\u00fcckzug an. Eine gem\u00fctliche Kaffeestunde an Bord weckt wieder unsere Lebensgeister und so brechen wir am Abend zu einem zweiten Spaziergang auf. Zun\u00e4chst gehen wir zu einem U \u2013 Boot, dass im Hafen an dem F\u00e4hrterminal festgemacht hat, an dem fr\u00fcher die Kiel \u2013 Langelandf\u00e4hre anlegte. Vermutlich soll es sp\u00e4ter als Touristenattraktion zu besichtigen sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/U-Boot-statt-Faehre.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-120\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/U-Boot-statt-Faehre.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/U-Boot-statt-Faehre-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/U-Boot-statt-Faehre-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Wind hat weiter zugenommen. Die Gischt spritzt meterhoch auf, wenn die Wellen gegen die Mole der Hafeneinfahrt branden. Weiter geht es zu einem zweiten Noor, das hinter dem Hafen liegt. Seine sumpfigen Strandwiesen werden von freilebenden Ponys gepflegt. Auf dem R\u00fcckweg beobachten wir noch einen einsamen Surfer, der mit der Brandung k\u00e4mpft.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ponys-als-Rasenmaeher.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-117\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ponys-als-Rasenmaeher.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ponys-als-Rasenmaeher-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Ponys-als-Rasenmaeher-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Hafentag<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Heute besichtigen wir das Langeland-Fort. Heute zum gr\u00f6\u00dften Teil Museum, wahr es w\u00e4hrend des kalten Krieges ein stark befestigter Beobachtungsposten, von wo aus die russischen Schiffsbewegungen im Gro\u00dfen Belt beobachtet wurden. Ein St\u00fcckchen Weltgeschichte schrieb es, als dort w\u00e4hrend der Kuba-Krise durch Fotos nachgewiesen werden konnte, dass russische Frachtschiffe mit Raketenteilen auf dem Weg nach Kuba waren. Interessant ist noch der Blick ins Cockpit eines Kampf-Jets. Danach f\u00fchlt man sich an Bord einer Shark gleich wie in einem Ballsaal. Am Abend schmieden wir R\u00fcckreisepl\u00e4ne. Laut neuestem Wetterbericht soll der Wind am Freitag leicht abnehmen, um am Samstag wieder zuzunehmen. Die Windrichtung ist weiter West bis Nordwest. Auf dem direkten Weg sind es nach Gelting 35 Meilen. Die m\u00fcssten wir aber aufkreuzen. Das hie\u00dfe eine Fahrtzeit von 10 bis 12 Stunden unter nicht gerade g\u00fcnstigen Bedingungen. Eine Alternative w\u00e4re Heiligenhafen. Das ist nur 25 Meilen entfernt und bei halbem Wind leicht zu erreichen. In Deutschland k\u00f6nnten wir dann auf dem Landweg Auto und Trailer abholen und am Wochenende wieder nach Hause fahren. Also suchen wir uns Wegepunkte f\u00fcr beide Routen und geben sie in den GPS ein.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Sicherung-des-Grossen-Belts.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-119\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Sicherung-des-Grossen-Belts.jpg 600w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Sicherung-des-Grossen-Belts-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Sicherung-des-Grossen-Belts-150x113.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bagenkop &#8211; Heiligenhafen<\/strong><\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Freitag hat der Wind zwar abgenommen, es pfeift aber immer noch mit Windst\u00e4rke 6, in B\u00f6en 7, wie wir am Windmesser im Hafenmeisterb\u00fcro ablesen k\u00f6nnen. Wir machen uns reisefertig. \u00d6lzeug und Rettungswesten mit Life-Leinen anlegen, Segel klar zum Setzen. Nach dem Ablegen noch im Hafen Fender und Festmacher verstauen und den Niedergang schlie\u00dfen. Gleich hinter der Hafeneinfahrt setzen wir Segel. Die Sturmfock, weil wir nicht glauben, dass unsere reparierte Fock diesem Wetter lange standh\u00e4lt und das erste Reff im Gro\u00df. Als erstes einen Schlag in Richtung Gelting. Lage und Ruderdruck sind in Ordnung aber die Logge zeigt aufgrund des doch erheblichen Seegangs im Schnitt nur 5 Knoten. Wir sind uns einig, keine zehn bis zw\u00f6lf Stunden Segeln unter diesen Bedingungen. Also wenden wir, um die S\u00fcdspitze von Langeland wieder zu runden und dann Kurs auf Heiligenhafen zu nehmen. Zun\u00e4chst geht es noch m\u00fchsam voran, da auch dies ein Kurs hoch am Wind ist aber dann k\u00f6nnen wir abfallen, das Schiff richtet sich auf und mit sieben Knoten fahren wir unserem Ziel entgegen. Im freien Wasser erreichen die Wellen die respekteinfl\u00f6\u00dfende Gr\u00f6\u00dfe von mehr als zwei Metern. Das erfordert sorgf\u00e4ltiges Steuern, weil die quer anlaufenden Wellen immer wieder versuchen, das Schiff vom Kurs ab zu bringen, macht aber auch Spa\u00df. Das Wissen, jederzeit mit dem DSC \u2013 Funkger\u00e4t Hilfe herbeirufen zu k\u00f6nnen, vermittelt ein Gef\u00fchl der Sicherheit. Gelegentlich bricht eine Welle an der Bordwand und \u00fcbersch\u00fcttet uns mit einer Seewasserdusche. Insgesamt aber segeln wir weitgehend trocken. Das Schott zu \u00f6ffnen und den Fotoapparat an Deck zu holen trauen wir uns jedoch nicht. Ohne Probleme erreichen wir nach schneller Fahrt Heiligenhafen. Dort treffen wir auf zwei Sharkies aus \u00d6sterreich, die uns erz\u00e4hlen, dass sie wegen des schlechten Wetters dort einen mehrt\u00e4gigen Zwangsaufenthalt eingelegt haben.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eigentlich haben wir uns jetzt Ruhe verdient aber wenn wir noch am Wochenende nach Hause fahren wollen, m\u00fcssen wir das organisieren. In der Marina gibt es keinen Kran, sondern nur in der Werft im Gemeindehafen. Dort kann man uns morgen kranen, aber nur bis 12 Uhr mittags. Wenn wir das wollen, m\u00fcssen wir noch heute unser Auto und den Trailer nach Heiligenhafen holen. In Heiligenhafen gibt es zwar keine Autovermietung aber f\u00fcr 25 Euro bringt man uns aus Lensahn ein Auto an den Steg. Damit fahren wir ins 150 Kilometer entfernte Gelting. Als wir kurz nach 20 Uhr dort ankommen, ist der Hafenmeister nicht mehr da und wir m\u00fcssen unseren Trailer aus dem geschlossenen Hafengel\u00e4nde \u201eentf\u00fchren\u201c. Auf dem R\u00fcckweg noch eine unliebsame \u00dcberraschung: Etwas l\u00e4uft vor mir \u00fcber die Stra\u00dfe. Ich mache eine Vollbremsung. Zum Gl\u00fcck, denn dem Damhirsch folgt sein rund zwanzigk\u00f6pfiges Rudel. Todm\u00fcde fallen wir um Mitternacht in unsere Kojen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abreise<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Am Samstag klappt alles problemlos. Mast legen, kranen, Mietwagen abgeben und die R\u00fcckfahrt. Am sp\u00e4ten Nachmittag sind wir wieder im heimischen Sauerland.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich hatten wir f\u00fcr diesen Sommer andere Segelpl\u00e4ne aber kurzfristig entschlossen wir uns zu einem Ostseet\u00f6rn. 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