{"id":1791,"date":"2021-01-20T17:39:26","date_gmt":"2021-01-20T16:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/?p=1791"},"modified":"2021-01-20T17:46:41","modified_gmt":"2021-01-20T16:46:41","slug":"flusswandern-auf-rhein-und-mosel-mit-der-shark-24-daydream","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/flusswandern-auf-rhein-und-mosel-mit-der-shark-24-daydream\/","title":{"rendered":"Flusswandern auf Rhein und Mosel mit der Shark 24 &#8222;Daydream&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Besatzung: Gudrun und Eberhard Vo\u00df<\/pre>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Am Donnerstag, den 08. September 2005, legten wir fr\u00fch gegen 08 Uhr im Hafen Wiesbaden &#8211; Schierstein ab, um den Rhein abw\u00e4rts und die Mosel aufw\u00e4rts bis Traben-Trarbach zu fahren. Unser Boot musste sowieso hierhin verlegt werden, da wir 2 Wochen sp\u00e4ter an einer Moselregatta teilnehmen wollten. Das Wetter bot sich geradezu zu diesem Ausflug an; bis 28 Grad und Sonne waren vorhergesagt. Wir hatten 3 Tage f\u00fcr diese Reise veranschlagt (86 Rheinkilometer und 104 Moselkilometer mit 6 Schleusen). Als &#8222;Kartenmaterial&#8220; waren ein Rheinbuch, ein Moselbuch und ein Lehrbuch &#8222;Sportbootf\u00fchrerschein Binnen&#8220; (Wer kennt alle Verkehrszeichen auf Wasserstra\u00dfen, wenn man sie nur selten sieht?) zur Hand. Als Antrieb waren ein 8-PS Au\u00dfenbordmotor mit 10 Litern Stahltank sowie 6 gef\u00fcllte 5-Liter Benzinkanister (1:100 gemischt) an Bord. Zum Mischen von eventuell nachzukaufendem Benzin war 2-Takt\u00f6l vorhanden. Ein 2-PS Au\u00dfenborder als Ersatzmotor lagen ebenso in der Backskiste. Der Radarreflektor war am Vorsegelfall hochgezogen; wir wollten von Schubschiffen, die mit Radar fahren, gesehen werden. Auch 2 &#8222;Enterhaken&#8220; sowie 2 Anker mit Ketten lagen bereit. Auf dem Rhein war wenig Betrieb; wir fuhren langsam unter Motor, da praktisch kein Wind zum Segeln war, die Str\u00f6mung tat bei leicht erh\u00f6htem Wasserstand ihr \u00fcbriges, um schnell zu Tal zu kommen. Wir wurden auf dem ganzen Rheinabschnitt bis Koblenz lediglich von nur einem einzigen Schiff \u00fcberholt. Es galt, immer rechts im Fahrwasser zu bleiben, rote Bojen an Steuerbord rechts liegenzulassen, die gr\u00fcnen links an Backbord. Ein Fernglas lag bereit, um rechtzeitig die blaue Tafel mit dem Funkellicht entgegenkommender Berufsschifffahrt zu sehen, die uns zum Wechseln des Ufers auf &#8222;Steuerbordbegegnung&#8220; veranlasste. Dies war besonders im Binger Loch und teilweise auch auf der Mosel angebracht. Zur Bequemlichkeit hatten wir 2 aufklappbare Sitzkissen aufgelegt, eine Leine, die von Winsch zu Winsch gespannt war, unterst\u00fctzte die Lehnen der Sitzkissen und erm\u00f6glichte eine bequeme Sitzposition. Gesteuert wurde \u00fcber den Pinnenausleger und \u00fcber Gewichtsverlagerung (Gewicht nach rechts verlagern = Linkskurve und umgekehrt, wenn der Motor optimal geradeaus f\u00e4hrt).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rheinlandschaften wechselten permanent und hielten uns best\u00e4ndig in ihrem Bann; wir wurden nicht m\u00fcde, das dauernd Neue, was sich uns bot, zu betrachten. Gegen 10 Uhr sprang der Wind an, aber uns entgegen, und es wurde so warm, dass wir in T-Shirts fahren konnten. Schl\u00f6sser und Burgen, Inseln, Auen, St\u00e4dtchen wie R\u00fcdesheim, Eltville, Assmannshausen, die Loreley, der M\u00e4useturm, die Lahnm\u00fcndung, Paddler in Kanus, die abw\u00e4rts fuhren, \u2026, doch da kam leider schon kurz vor dem Deutschen Eck in Koblenz der Hafen Ehrenbreitstein, wo wir gegen 14 Uhr anlegten, um den Mast zu legen. Hierf\u00fcr waren 2 Holzkreuze auf dem Vorschiff und auf dem Heck aufzustellen und zu befestigen, der Mast nach hinten zu kippen und auf die Kreuze zu legen. Das Ganze war gut zu sichern, denn mit gelegentlichem starken Wellengang durch Schiffe war zu rechnen. Das hintere Kreuz mit einer Schenkell\u00e4nge von fast 2 Metern hinter dem Backskistendeckel befestigt erm\u00f6glichte gro\u00dfz\u00fcgige Stehh\u00f6he im Cockpit und behinderte das \u00d6ffnen der Backskiste sowie Anlegeman\u00f6ver und die Pinne nicht. Zum Stra\u00dfentransport eignet sich diese Einrichtung wegen der zu gro\u00dfen H\u00f6he des Gef\u00e4hrts nicht. Gegen 15 Uhr 30 legten wir an dem Sportbootsteg ab, der von einem Rentner betreut wurde. Er f\u00fchlte sich fast beleidigt, als ich f\u00fcr die Stegbenutzung den Geldbeutel z\u00fcckte und lehnte eine Bezahlung sehr energisch ab. Wir hatten uns mit mehreren angekommenen Sportbootfahrern am Steg unterhalten; sie waren allesamt auf der R\u00fcckreise vom Urlaub nach Hause. Unsere Shark sah neben den Motorbooten eher sehr klein aus, was aber keine Minderwertigkeitsgef\u00fchle aufkommen lie\u00df. Der Rhein war schnell \u00fcberquert, das Deutsche Eck passiert, rechts der WSA &#8211; Hafen, wo wir anl\u00e4sslich einer &#8222;Mittelrheinregatta&#8220; (Koblenz &#8211; Leverkusen) vor einigen Jahren eine Nacht gelegen hatten. Die erste Moselschleuse kam, die Kammer f\u00fcr Sportboote war freundlicherweise defekt, und so wurden wir kostenlos zusammen mit einem weiteren Sportboot in der gro\u00dfen Kammer ganz alleine bergauf geschleust, was erfahrungsgem\u00e4\u00df wesentlich einfacher und angenehmer ist, als die Sportbootschleuse zu benutzen. F\u00fcr die kleine, leichte Shark reicht &#8211; allerdings nur in der gro\u00dfen Kammer ganz hinten &#8211; das Festhalten mit unseren beiden Spezial &#8211; Enterhaken an einer Leiter, wenn die 4 gro\u00dfen Fender (quer liegend mit jeweils 2 Leinen befestigt) \u00fcber die zu sch\u00fctzende Bordwand verteilt sind. Regattafender kann man getrost zu Hause lassen; sie sind viel zu klein und \u00fcberspannen L\u00fccken nicht. Dagegen ist wegen der starken Str\u00f6mung beim Auff\u00fcllen der Sportbootschleusenkammer mit einem oder besser 2 Leinen das Boot richtig am Poller zu befestigen und vielmals auf den n\u00e4chstliegenden umzuh\u00e4ngen, wenn der Wasserstand sich \u00e4ndert (7 Meter bei der 1. Moselschleuse). Am Heck ist auf der anderen Seite ein weiterer Fender angebracht, um der seitlichen Bewegung des Hecks in Richtung der gegen\u00fcberliegenden Kammerwand Rechnung zu tragen. Auch bin ich beim Schleusen in der Sportbootsschleuse oft alleine an Bord, w\u00e4hrend Gudrun oben am Bedienfeld die Schleusenanlage bedient.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Die Mosel hat ein ganz anderes Wasser als der Rhein und ist im Gegensatz zum Untermain sehr sauber. Bei Traben &#8211; Trarbach sieht man das Ende des Ruderblatts im Wasser. Kinder und Erwachsene schwimmen in der Mosel, daher die Geschwindigkeitsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr Boote auf in der Regel 30 km\/h. Die im Verh\u00e4ltnis zum Rhein geringf\u00fcgige Berufsschifffahrt, die auch wesentlich aus Ausflugsschiffen besteht, sorgt f\u00fcr ein ganz ruhiges Fahren. Bei km 11,3 legten wir gegen 17 Uhr im Bootshaus Winningen an, nachdem wir an der Bootstankstelle drei Kanister \u00e1 5 Liter Benzin wieder bef\u00fcllt hatten (der Liter \u00fcber 1,53 Euro!) und machten uns am angewiesenen Steg in einer Box fest. Zum Baden im benachbarten Schwimmbad war ich zu m\u00fcde, und nach einem Abendessen an Bord und einer kurzen warmen Dusche legte ich mich in die Koje, w\u00e4hrend Gudrun noch keine Bettschwere fand und klar Schiff machte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen suchten wir die Duschen auf, das deutsche System mit vorher gekauften Chips f\u00fcr warmes Wasser w\u00e4hrend einer kurzen Zeit. Bordfr\u00fchst\u00fcck, 9 Euro 50 f\u00fcr die \u00dcbernachtung bezahlen, und es geht weiter, flussaufw\u00e4rts. Gr\u00fcne Bojen jetzt rechts, rote links, ich werde mir mal rote und gr\u00fcne selbsthaftende Punkte besorgen und anbringen, um bei Richtungswechsel die Bojen nicht zu verwechseln. Und die Landschaft genie\u00dfen: Die steilen Weinberge, die Schl\u00f6sser, St\u00e4dtchen, gepflegte H\u00e4user, Inseln, Auen, Ausflugsdampfer, deren Passagiere winken. Es kommt eine Schleuse, wir nehmen die Bootsschleuse, und oben steht jemand, der uns mitteilt, er w\u00fcrde uns die Schleuse oben bedienen, aber das dauere noch ein wenig, weil gerade ein Taucher vor der Schleuse taucht. Es f\u00e4hrt ein weiteres Sportboot mit in die Kammer, und wir m\u00fcssen noch weiter vor und haben es sp\u00e4ter schwerer, uns festzuhalten, weil weiter vorne beim Fluten der Kammer die gr\u00f6\u00dfere Str\u00f6mung ist. Doch, geschafft, es geht weiter. Ich habe Lust, irgendwo anzulegen, Gelegenheiten gibt es viele, extra f\u00fcr Sportboote. Doch, die Uhr l\u00e4uft. Die n\u00e4chste Schleuse, die Bootschleuse ist offen, Gudrun bedient sie, und ich schleuse alleine. Die n\u00e4chste Schleuse laufen wir hinter einem Ausflugsdampfer ein, der schon ein ganzes St\u00fcck mit uns f\u00e4hrt. Er ist zwar schneller, doch muss er dauernd anlegen, und so holen wir immer wieder auf. Gegen 17 Uhr laufen wir bei km 68 den Schutzhafen Senheim an. Hier ist ein Campingplatz &#8222;Zum Holl\u00e4nder&#8220; angeschlossen, und wir bekommen einen Liegeplatz zugewiesen (den wir uns von 5 M\u00f6glichkeiten aussuchen d\u00fcrfen). Wir machen einen Landausgang nach Senheim und finden eine nette Gastst\u00e4tte, wo wir einkehren. Wir werden sofort angesprochen: &#8222;Ihr seid doch die Bootsfahrer, wir haben Euch gesehen, wie ihr in die Schleuse gefahren seid.&#8220; Und wir m\u00fcssen erz\u00e4hlen, wie das auf der Mosel so funktioniert. Sp\u00e4ter machen wir noch einen Rundgang auf dem Campingplatz. Er ist fest in niederl\u00e4ndischer Hand, nicht nur die Rezeption, sondern fast alle G\u00e4ste sind Belgier oder Niederl\u00e4nder. Eine ganz gepflegte Anlage, sauber und nett. Die Dusche l\u00e4uft genau 5 Minuten nach Bet\u00e4tigen des Startknopfes und nach Chipeinwurf, sie l\u00e4sst sich nicht abstellen zwischendurch. Ich habe 3 Br\u00f6tchen f\u00fcr morgens fr\u00fch bestellt, es gibt 3 Zeitungen &#8211; auf Niederl\u00e4ndisch. 9 Euro 50 f\u00fcr die \u00dcbernachtung mit Boot zu zweit, und um 10 Uhr morgens geht es weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste Schleuse, die Sportbootschleuse sieht sehr defekt aus, wir fahren zur\u00fcck und warten, bis das gro\u00dfe Schleusentor aufgeht, ein Schiff von oben herausf\u00e4hrt, ein Schiff von unten hineinf\u00e4hrt. Hinter diesem laufen wir &#8211; ein anderes Sportboot mit uns &#8211; ein und machen links fest, ein Kinderspiel. Oben gehe ich kurz an Land, die Bootsschleuse war gar nicht defekt, nur ein Fu\u00dfweg gesperrt, und den anderen Weg hatten wir nicht gesehen. Ein Australier ist mit seinem Boot von oben in die Bootsschleuse eingelaufen und bet\u00e4tigt die Schleusenanlage; wir unterhalten uns auf Englisch, er sei schon 4 Monate unterwegs und gebe jetzt sein Boot in Amsterdam ab, und dann ginge es nach Hause. Wir w\u00fcnschen uns gegenseitig \u201egood luck\u201c.<br>Die letzte Schleuse laufen wir wieder hinter einem Schiff ein, wieder mit dem gleichen Sportboot. Und sind gleich im Bootshafen Traben &#8211; Trarbach, man empf\u00e4ngt uns sehr freundlich und weist uns einen Steg zu. Abends ist Traben angesagt, 15 Minuten Fu\u00dfweg bis zur Innenstadt an der Br\u00fccke, hier ist ein Stra\u00dfenweinfest mit einer Band, die sehr sch\u00f6ne Oldies spielt &#8211; genau das Richtige, um das Tanzbein mal wieder zu bewegen, \u00fcberhaupt, an Bord ist Bewegung klein geschrieben, das muss bei solchen Gelegenheiten nachgeholt werden. Gegen 1 Uhr fr\u00fch sind wir wieder an Bord.<br>N\u00e4chster Morgen: Fr\u00fchst\u00fcck an Bord. Gegen 10 Uhr: Jetzt k\u00f6nnten wir ablegen &#8230; Doch der Terminplan sieht Mast stellen vor&#8230;. Und R\u00fcckreise, wir werden mit dem Auto abgeholt und laden alles Reisematerial aus&#8230;. 4 leere Benzinkanister, wir haben insgesamt 40 Liter Benzin verbraucht&#8230; Die Reise hat leider ein Ende, wir k\u00f6nnten so weiterfahren, Frankreich liegt da vorne vor uns, dann der Rhein \u2013 Rhone-Kanal, der Kanal Du Midi, doch das sind Tr\u00e4ume, vielleicht im n\u00e4chsten Jahr, wahrscheinlich flusss\u00fcchtig geworden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, den 08. September 2005, legten wir fr\u00fch gegen 08 Uhr im Hafen Wiesbaden &#8211; Schierstein ab, um den Rhein abw\u00e4rts und die Mosel aufw\u00e4rts bis Traben-Trarbach zu fahren. Unser Boot musste sowieso hierhin verlegt werden, da wir 2 Wochen sp\u00e4ter an einer Moselregatta teilnehmen wollten.<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/flusswandern-auf-rhein-und-mosel-mit-der-shark-24-daydream\/\"><span>WEITERLESEN<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1791"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1791"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1791\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1801,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1791\/revisions\/1801"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}