{"id":6016,"date":"2022-04-30T09:43:09","date_gmt":"2022-04-30T07:43:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/?p=6016"},"modified":"2022-04-30T09:45:45","modified_gmt":"2022-04-30T07:45:45","slug":"bornholm-rund-mit-der-shark-24-lchthys-unter-topgenua-und-topspi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shark24.de\/de\/bornholm-rund-mit-der-shark-24-lchthys-unter-topgenua-und-topspi\/","title":{"rendered":"\u201eBornholm Rund\u201c mit der Shark 24 &#8222;lchthys\u201c unter Topgenua und Topspi"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">von Christian Petersen<\/pre>\n\n\n\n<div style=\"height:30px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>Die Planung der Sommerreise begann wie immer lange vor der Saison 2001. Ich hatte einen<br>Bericht \u00fcber die Regatta &#8222;Bornholm Rund&#8220; gelesen. Start und Ziel in Warnem\u00fcnde. Der Kurs<br>wurde nonstop gesegelt. Die direkte Distanz f\u00fcr den Hin- und R\u00fcckweg betr\u00e4gt ca. 280 sm.<br>Irgendwie reizte mich das Rennen und ich holte Informationen \u00fcber den Starttermin und den<br>anderen Voraussetzungen ein.<br>Bedenken, das mit der Shark zu machen, hatte ich keine. Schlie\u00dflich war ich damit schon einige<br>Male in Schweden und auf Bornholm, auf eigenem Kiel, versteht sich! Mir war nat\u00fcrlich klar,<br>dass die Ostsee auch sehr ungem\u00fctlich werden kann. Da sieht man mit 24 Fu\u00df bei 7 bis 8<br>Windst\u00e4rken an der Kreuz ziemlich alt aus. Na ja, es kann aber auch ganz anders kommen.<br>Das ist eben das Risiko und die Herausforderung daran.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Februar fuhr ich extra auf die Boot D\u00fcsseldorf, um Bodo G\u00fcnther zu treffen.&nbsp; Ich stellte ihm<br>den &#8222;k\u00fchnen&#8220; Plan vor und bestellte gleich ein neues Gro\u00dfsegel bei ihm. Bald darauf fand ich<br>den Stand vom Warnem\u00fcnder Segelclub, den Veranstaltern des Rennens, und erkl\u00e4rte den<br>Leuten ebenfalls mein Vorhaben. Sie machten mir wenig Hoffnung mit so einem kleinen Boot<br>daran teilnehmen zu k\u00f6nnen. Ich wurde gefragt, &#8222;warum ich denn keine Dehler segeln w\u00fcrde?<br>Von einer Shark 24 haben sie noch nie etwas geh\u00f6rt&#8220;. Au\u00dferdem d\u00fcrfen Boote, die einen<br>h\u00f6heren Yardstickwert als 113 besitzen, nicht mitfahren. Dann setzt ihr mich eben auf 113 oder<br>auch 112&#8243;erwiderte ich. Wenn ich gr\u00f6\u00dfere Segel fahren kann, dann kommt der Wert schon<br>irgendwie hin, dachte ich. Wieder bei Bodo G\u00fcnther besprachen wir die Lage und er stellte mir<br>eine Topgenua und einen Topspinnaker, leihweise, zur Verf\u00fcgung. Danach klappte die Meldung<br>problemlos und die Jungs aus Warnem\u00fcnde lie\u00dfen mich sogar mit Yardstick 113 an den Start<br>gehen. Soweit war alles in Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Gestartet wurde nach dem K\u00e4nguru- System. Das hei\u00dft, die langsamen Boote zuerst. Die<br>Schnelleren, entsprechen der Yardstickzahl, sp\u00e4ter. F\u00fcr uns hie\u00df das am 9 Juli um 5 Uhr<br>morgens an der Startlinie! Nach der Berechnung sollten dann alle Boote am 11. Juli um 14 Uhr<br>\u00fcber die Ziellinie gehen. Theoretisch jedenfalls!<\/p>\n\n\n\n<p>Am Vorabend wurde ein Skipper-Meeting veranstaltet. Hier wurde von einem Meteorologen die<br>Wetterlage f\u00fcr die folgenden zwei Tage bekanntgegeben. Dabei erw\u00e4hnte er, dass sich \u00fcber der<br>irischen See ein Tiefdruckwirbel befindet, der von einem anderen noch \u00fcberlagert wird.&nbsp; Dieses<br>System sollte sich aber nur unwesentlich bei uns auswirken. Deshalb war seine Vorhersage f\u00fcr<br>die n\u00e4chsten zwei Tage g\u00fcnstig f\u00fcr die Regatta. Es sollte s\u00fcdwestliche Winde geben, die sp\u00e4ter<br>auf S\u00fcdost drehen sollten. Das Ganze bei 4 bis 6 Windst\u00e4rken. Meine pers\u00f6nliche Vorhersage<br>war aber etwas anders. Ich wu\u00dfte, da\u00df bei genau dieser Wetterlage eher st\u00fcrmische Winde aus<br>westlichen Richtungen zu erwarten sind.&nbsp; Die dauern dann meistens solange, bis das Tief<br>durchgezogen ist. Ich besprach die Lage mit meinem Vorschoter und mu\u00dfte wiedermal die<br>schwierige Entscheidung treffen, ob wir \u00fcberhaupt an den Start gehen sollen oder nicht. Mein<br>Gef\u00fchl sagte ganz klar NEIN. Der Wetterbericht sagte eindeutig JA. Nach einigem Hin und Her<br>entschied ich dann doch loszufahren.&nbsp; Die Frau meines Vorschoters gab uns noch eine<br>Rettungsinsel mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen standen wir um 4 Uhr auf, fr\u00fchst\u00fcckten noch etwas und segelten zur<br>Startlinie. Wir waren allein. Vor uns sollte noch eine andere Yacht bereits um 4 Uhr 30 \u00fcber die<br>Startlinie gegangen sein. Zu sehen war nichts mehr von der Yacht, weil die Sicht h\u00f6chstens drei<br>Seemeilen betrug. Wir legten fast einen Nullstart hin. Die Leute von der Regattaleitung gr\u00f6\u00dften<br>uns noch einmal und los ging&#8217;s. Der Wind wehte bereits aus westlicher Richtung um die 5<br>Windst\u00e4rken.&nbsp; F\u00fcr uns also Raumwindkurs. Wir rollten die Topgenua aus und sofort waren wir \u00fcber Rumpfgeschwindigkeit. Meine Logge zeigt leider nur bis 8 Knoten an, weshalb wir den<br>Speed \u00fcber 8 Knoten nicht mehr ablesen konnten. Die Nadel hing nicht selten auf dem<br>Anschlag hinter der 8. Der GPS zeigte dann die Wahrheit. Wir preschten zwischen 8 und 9,5<br>Knoten Bornholm entgegen.<\/p>\n\n\n\n<!--nextpage-->\n\n\n\n<p>Nur der Ruderbeschlag machte mir einige Gedanken. In den Surfs vibrierte das Ruder sehr<br>heftig und \u00fcbertrug die Schwingungen auf das ganze Boot. Nach 90 Minuten wurde das Boot<br>sichtbar, das vor uns gestartet war. Nach drei Stunden hatten wir den Leuchtturm Dar\u00dfer Ort<br>querab. Wir sind 24 Seemeilen in 3 Stunden gesegelt. Die Stimmung war gut und jetzt lagen wir<br>schon neben der erst gestarteten Yacht. Die Sicht wurde langsam besser und wir konnten<br>einige der folgenden Yachten sehen. Der Wind hatte etwas abgenommen und drehte weiter<br>nach Nordwest. Schnell war die Genua eingerollt und der Topspinnaker gesetzt.&nbsp; Weiter ging&#8217;s<br>mit 6 bis 7 Knoten. Auf H\u00f6he der Insel Hiddensee segelten wir in eine Nebelbank. Wieder<br>hatten wir keine Sicht. Sogar der GPS hatte Empfangsprobleme. Der Wind schlief jetzt ein und<br>wir d\u00fcmpelten durch den Nebel.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sich endlich in H\u00f6he vom Kap Arkona der Nebel verzog, lagen wir in F\u00fchrung, wenn auch<br>sehr knapp. Die anderen Yachten waren immer noch in Sichtweite hinter uns. Ganz langsam<br>wehte sich der Wind wieder ein und wurde st\u00e4rker. Die Richtung blieb auf Nordwest.&nbsp; Hinter uns<br>zog sich eine dunkle Wolkenwand zusammen. Wir hatten bereits mit den ersten<br>Gewittersturmb\u00f6en zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Yachten hinter uns waren da mitten drin. Gl\u00fccklicher weise erwischte uns diese Front nur<br>mit dem Rand. Shark trug immer noch das volle Gro\u00dfsegel sowie den Topspi. &#8222;Blo\u00df nicht in den<br>Wind schie\u00dfen,&#8220; dachte ich und hielt das Boot auf Kurs. Die Logge hatten wir abgeschaltet, die<br>hing sowieso st\u00e4ndig am Anschlag. Die Wellen wurden immer h\u00f6her und Shark war kaum noch<br>zu halten. Der Ruderdruck war gewaltig und konnte nur mit beiden H\u00e4nden bew\u00e4ltigt werden.<br>Hinter uns sahen wir, dass eine der folgenden Yachten vom Spinnaker mit dem Mast auf das<br>Wasser gedr\u00fcckt wurde. Die Wellen hatten jetzt schon eine H\u00f6he von 1,5 bis 2 Metern. Die<br>Windst\u00e4rke war bei 6 bis 8. Ich dachte an den Wetterbericht vom Meteorologen und sp\u00fcrte<br>einen leichten Anfall von Wut. Anscheinend ist die Wahrscheinlichkeit dass diese Wetterberichte<br>falsch sind sehr hoch. Ich h\u00e4tte mich eben doch auf mein Gef\u00fchl verlassen sollen. Was soll\u00b4s?<br>Da m\u00fcssen wir jetzt durch.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf holten wir den Topspi rein, setzten daf\u00fcr die Fock und refften das Gro\u00df ins erste<br>Reff. Shark wurde kaum langsamer, wurde aber besser steuerbar. Als ich meine Ruderwache<br>\u00fcbernahm, sp\u00fcrte ich eine Ver\u00e4nderung im Boot. Immer wenn wir eine Welle heruntergesurft<br>waren, machte Shark eine Bewegung zur Seite, die nicht nur zu sehen sondern am Ruder zu<br>sp\u00fcren war. Irgendwas war mit dem Kiel nicht in Ordnung. Mein Vorschoter nahm das<br>Bodenbrett hoch um nach dem Kiel zu sehen. Hier schien alles in Ordnung. Wassereinbruch<br>war nicht festzustellen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch 30 Seemeilen von der Nordspitze<br>Bornholms entfernt und lagen immer noch mit zwei anderen Yachten in F\u00fchrung. Jetzt wurde es<br>langsam dunkel und ich versuchte etwas Ruhe zu finden. Das gelang am besten, als ich ganz<br>in die Hundekoje reinkroch und mich hier gut abst\u00fctzen konnte. Der L\u00e4rm vom Kiel dem<br>vibrierenden Ruder und dem rauschenden Wasser war aber zu gro\u00df, um wirklich schlafen zu<br>k\u00f6nnen.&nbsp; Dazu noch die Sorge \u00fcber den Kiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich hatten wir die Nordspitze von Bornholm (Hammerodde) um 0.15 Uhr passiert. Jetzt<br>wurde es etwas ruhiger. Aber die Bewegungen vom Kiel wurden nicht weniger. Ich dachte<br>dar\u00fcber nach, ob wir das Rennen fortsetzen k\u00f6nnen. Wenn wir die S\u00fcdspitze Bornholms<br>passieren, m\u00fcssten wir ca.130 Seemeilen gegenan bolzen. Der Wind war immer noch um 7<br>Windst\u00e4rken mit entsprechender Welle. Dazu kam noch die Gewissheit dar\u00fcber, dass das Boot<br>nicht mehr ganz in Ordnung ist. Ich entschied das Rennen abzubrechen. Wir liefen den Hafen von Nex\u00f6 an und \u00fcberpr\u00fcften das Boot. Die 6 Kielbolzen konnte ich jeweils eine halbe Umdrehung nachziehen. Am Rigg sind keine Sch\u00e4den aufgetreten. Dann telefonierte ich mit der Regattaleitung, um die Nachricht mitzuteilen. Als die h\u00f6rten, dass wir in Nex\u00f6 sind, gratulierten sie uns. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch auf dem 3. Platz gelegen. Von 70 gestarteten Yachten kamen 16 nicht ins Ziel. 3 sind die Masten gebrochen. Viele Segel wurden vom Wind zerrissen. Wenige Stunden nach uns lief eine X99 mit gebrochenen Unterwanten in Nex\u00f6 ein. Ach ja, unter den 16 Yachten waren 6 Dehlerschiffe!<br>Die R\u00fcckhohlaktion der Shark verlief ohne Probleme.&nbsp; Ich segelte sie Einhand nach Sassnitz,<br>konnte dort kranen und war mit dem Trailer nach 7 Stunden wieder im Heimathafen.<br>Wie sch\u00f6n, dass die Shark so flexibel ist.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"642\" height=\"437\" src=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ichthys-unter-top-genua.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6015\" srcset=\"https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ichthys-unter-top-genua.png 642w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ichthys-unter-top-genua-300x204.png 300w, https:\/\/www.shark24.de\/de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/ichthys-unter-top-genua-150x102.png 150w\" sizes=\"(max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Planung der Sommerreise begann wie immer lange vor der Saison 2001. 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